Merkel verabschiedet sich vom Millionenziel bis 2020

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Klare Worte von Kanzlerin Angela Merkel während des Fraktionskongresses in Berlin: „So, wie es im Moment aussieht, werden wir dieses Ziel nicht erreichen.“ Den meisten (insbesondere den Elektromobilisten) war bereits klar, dass hierzulande bis 2020 keine Million Elektroautos unterwegs sein werden.

Bild: comobility

Der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte bereits im Januar zu „mehr Realismus“ geraten und sagte: „Wenn wir nicht noch die Fahrräder dazu zählen, werden wir nicht mal auf die Hälfte kommen.“ Trotzdem ist ein solches Bekenntnis seitens der Kanzlerin erst einmal ernüchternd.

Ein unrealistisches Ziel macht aber nicht gleich die gesamte E-Mobilität zum Wolkenschloss. Merkel betonte in ihrer Rede, dass der Durchbruch sehr plötzlich kommen könnte – ähnlich wie beim Smartphone. Deswegen müsse sich Deutschland weiterhin auf neue Antriebe vorbereiten.

Ob die E-Auto-Förderung oder die neue Ladesäulenverordnung da ausreichen – wahrscheinlich nicht.

Eines sollte man jedoch in den kommenden Monaten stets im Blick haben: Es ist Wahljahr. Das heißt u.a. auch, dass die Politik wenig unternehmen oder sagen wird, was die Automobilindustrie schlecht aussehen lässt. Denn man darf nicht vergessen, die Mehrheit der Wähler ist noch mit Benzin oder Diesel unterwegs.

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11 Gedanken zu “Merkel verabschiedet sich vom Millionenziel bis 2020

  1. Liebe E-Foristen,
    der Kommentar der Kanzlerin ist kein Abgesang, sondern sollte ein Ansporn für uns sein:
    Jetzt müssen wir als Elektroautofahrer ran. Walk your talk!

    Wir haben die Möglichkeit, diese Zahlen zu drehen. Ich rede seit vier Jahren darüber, ein E-Auto zu fahren. Ich habe hier im Forum mitgelesen, von euch profitiert, mich aufgeschlaut und vor zwei Monaten einen gebrauchen e-up gekauft. Von befreundeten E-Mobilisten wurde ich fröhlich begrüßt: Willkommen in der Zukunft der Mobilität. Schön, dich dabei zu haben. Das hat mich sehr gefreut.
    Herzlichen Dank für eure Arbeit, Mühe und Zeit! Es hat sich gelohnt.

    Nun trau ich mich auf, hier was zu schreiben: In meiner Nachbarschaft bin ich der erste der leise durch die Nebenstraßen schnurrt. Das fällt auf. Junge Leute kommentieren: „Cool ein e-up!“ Nachbarn gucken, kritische Kommentare bekomme ich nur von professionellen Autohändlern. Alle anderen sind zurückhaltend und spätestens nach einer Probefahrt begeistert. Der GAU ist, wenn man mit Ladenot und einem solchen Gast an Bord an einer Ladesäule ankommt und diese nicht funktioniert. Mit nem e-up! ist man aus der Sicht von Verbrennerfahrern ständig in Ladenot, weil die Reichweite beim e-up sehr schnell unter 100 km fällt. Ich fahre seit 2 Monaten 98 % der Fahrten und etwa 75 % der Strecken elektrisch.
    Es geht! Man mus das e r f a h r e n !

    Der Tipping-Point für e-Fahrzeuge kommt 2017, sagt der Zukunftsforscher Lars Thomsen. Das ist auch mein Eindruck, die Ladesäulen werden seit März voller. Es laden viele E-Mobilisten. Es stehen nicht nur falschparkende Verbrenner auf den „guten“ Parkplätzen.
    Bei der Verbreitung von PV-Modulen auf deutschen Dächern war der Durchbruch 2012. Das war ganz ähnlich. Wir sind auf dem richtigen Weg.

    Also – nicht nachlassen – fahren und überzeugen. Das funktioniert.
    Es hat auch bei mir funktioniert. Ihr seid „schuld“. Vielen Dank!
    Euer
    Pandy

  2. Es ist einfach nicht zu fassen. Nach dem Missmanagement der Energiewende und dem damit folgenden Niedergang der Energieversorger mit dem Verlust wertvoller Arbeitsplätze wird jetzt die nächste Chance vertan und die Automobilhersteller werden nicht zu ihrem Glück gezwungen. So überlassen wir Deutschen das Feld dem Ausland. Gute Nacht.

  3. Letztlich (und das war bei allen großen innovativen Technologiethemen der letzten Jahre für Privathaushalte so, siehe Smartphones, PV, Solarthermie, etc.) kommt die Revolution nicht von oben, sondern von unten. Lasst Frau Merkel sich vom (übertrieben) ehrgeizigen Ziel verabschieden, macht doch nix.

    Ich fahre seit zwei Jahren ’ne popelige Zoe mit 140 km Reichweite und bin immer noch begeistert. Jetzt hat ein Kollege, der sich die Sache seit zwei Jahren ansieht und mich seit zwei Jahren immer mal wieder fragt, auch eine Zoe bestellt. Und in der weitläufigeren Verwandtschaft wird der Zweitwagen nach dem Ausscheiden des alten Dieselgolfs auch eine Zoe.

    Wie der Vorredner schon sagt: Es kommt auf uns an und unser persönliches, tägliches Beispiel, dass E-Mobilität tatsächlich funktioniert und sogar Spaß machen kann. Dann ändert sich was – vielleicht schneller, als wir das so denken.

  4. Ich meine auch, daß wir uns nicht auf die Politik einer Kanzlerin der deutschen Automobilbranche verlassen sollten, die seit Jahren nur Ankündigungen auf den Weg bringt und nichts greifbares.
    Ich fahre seit März 2016 einen Leaf und habe seitdem 57.000 KM Voll-elektrisch bewältigt – ich pendle jeden Tag 160 KM. Man sieht es geht doch elektrisch.

    Ich kann nur den Vorredner zitieren:
    Es kommt auf uns an und unser persönliches, tägliches Beispiel, dass
    E-Mobilität tatsächlich funktioniert und sogar Spaß machen kann. Dann ändert
    sich was – vielleicht schneller, als wir das so denken.

  5. Wenn sich die Politik eh von der Elektromobilität verabschiedet weil sie nicht an die Elektromobilität glaubt, dann kann sie jetzt das Budget für die e-Auto-Förderung auf die Ladesäulenförderung umschichten. Bei den Ladesäulen war das zur Verfügung stehende Volumen kurzfristig überzeichnet. Dort ist also noch Potential, um der Elektromobilität doch noch den notwendigen Anschub zu geben. Dann kommt die Revolution tatsächlich von unten.

  6. Ist schon sehr interessant, was einige aus so einem Beitrag herauslesen können. „Wenn sich die Politik eh von der Elektromobilität verabschiedet…..“ Wo bitte steht das? Merkels Aussage entspricht genau dem Gegenteil. Man verabschiedet sich lediglich von der 1 Mio. bis 2020.

  7. Mutlos – kraftlos – orientierungslos. Morgens in die Bildzeitung geschaut und dann ein bisschen Politik gemacht. So kommt’s einem grade vor 🙁

    Dabei wäre es so einfach. Was man will fördern und das durch Mehrbelastung dessen finanzieren, was man nicht will. Normung voran treiben, Infrastruktur massiv fördern durch steuerliche Entlastung und vereinfachte Genehmigungsverfahren.

    Was man sieht ist einfach nur Stückwerk…

  8. Mir erschließt sich sowieso nicht, wieso keine Tankstellen-Kette, wie z.B. Shell, Schnelllader auf ihre Tankstellenflächen stellt. Dann wäre es für Umsteiger um einiges einfacher Ladesäulen zu finden (wie die Tankstelle vorher), und die Tankstellenbetreiber stellen sich schon jetzt auf die Zukunft ein. Denn wenn die fossilen Brennstoffe enden, oder keine Verbrenner mehr verkauft werden, müssen die Tankstellen ohne Alternative schließen.
    Aber diese Denkungsweise haben zur Zeit wohl nur Elektromobilisten.

  9. Ich hoffe, es gibt einen Plan der Stromversorger und städtischen + privaten Säulen-Betreiber für den Fall eines plötzlichen Durchbruches der E-Mobilität! Und bis dahin sollte der Ladesäulenzugang in ganz Europa vereinheitlicht sein. An den Raststätten sollten dann mind. 3 Ladesäulen stehen. Der Durchbruch hängt von der Autobahnfähigkeit und den Preisen der E-Mobile ab. Rund um die Innenstädte und in den Zentren sollten ausreichend Ladesäulen mit einfachem Zugang aufgestellt werden.

  10. Die Million kommt, nur werden es halt keine deutschen Autos sein. Egal ob Frau Merkel das fördert oder nicht, die E-Autos kommen so oder so, weil die Konsumenten sie kaufen werden.

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