Freie Fahrt für Stromer in Dortmund

Foto: © soebe

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Dortmund will die Parkplatzbeschilderung an Ladesäulen aktualisieren, um es Elektromobilisten einfacher zumachen, ihren Wagen dort zu parken und zu laden. In Rahmen eines Pilotprojekts soll zudem die Busspur für Elektroautos freigegeben werden.

Dortmund gilt als Leitkommune für Elektromobilität und Infrastruktur – einen Titel, den man offensichtlich verteidigen will. Hierfür beruft man sich auf das Elektromobilitätsgesetz (EmoG), laut dessen Städte und Gemeinden den Stromern das ein oder andere Privileg einräumen dürfen.

Los geht es mit der Parkraumbeschilderung an den 47 Ladesäulen im öffentlichen Raum. Dort dürfen Elektrofahrzeuge ab sofort ganztägig stehen (und laden).

Zudem sollen insgesamt 18 Standorte ohne Ladestation innerhalb des Wallrings sowie in den Stadtbezirken eingerichtet werden, auf denen Elektroautos kostenfrei und zeitlich unbegrenzt abgestellt werden dürfen. Dort werden die bekannten P-Schilder mit den Zusatzlogo „Auto mit Stecker“ ergänzt – in der Hoffnung, dass Verbrenner-Fahrer die Beschilderung ebenfalls zu deuten wissen. Anfangs werden die fürs Falschparken nur ermahnt. Später gibt es ein Knöllchen oder der Abschleppdienst wird gerufen.

Sollte der Bedarf für Parkplatzmöglichkeiten steigen, könne die Anzahl der Standorte zukünftig angepasst werden, sagt die Stadt.

Nicht zu missachten ist auch, dass Dortmund Elektroautos freie Fahrt auf Busspuren gewähren will – und ist damit die erste Stadt Deutschlands, die ein solches Sonderrecht umsetzt. Im Rahmen des Pilotprojekts gilt das zunächst aber nur in der Benninghofer Straße und auf der Wittbräucker Straße.

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12 Gedanken zu “Freie Fahrt für Stromer in Dortmund

  1. Also dürfen E-Autos jetzt auch ohne Laden die Säulen zuparken, hochoffiziell quasi?

    Ha ha!

  2. @akg: scheinbar falls gelesen?! dortmund richtet PPlätze ein für parken ohne zu laden – diese PPlätze werden KEINE ladesäulen haben…

    @dortmund: immerhin ein anfang.

  3. Finde den Abschnitt im Text auch missverständlich:
    „Los geht es mit der Parkraumbeschilderung an den 47 Ladesäulen im öffentlichen Raum. Dort dürfen Elektrofahrzeuge ab sofort ganztägig stehen (und laden).“
    Dürfen sie da auch stehen, wenn sie nicht laden? Für mich klingt das auch nach einem Freibrief für Ladesäulenzuparker.

    Im Übrigen finde ich diese kommunalen Sonderregelungen total behämmert. Demnächst gibt es dann noch innerdeutsche Städtereiseführer für E-Mobilisten, die genau beschreiben in welcher Stadt man welches Sonderrecht genießen kann (und in diesem Falle auch noch auf welchen Straßen).
    Beifahrer sei wachsam, denn du must mir bei der Fahrt erzählen können, was ich hier darf und was nicht…
    (Zugegebenermaßen etwas überspitzt – aber nicht doll)

  4. @wp-qwertz: Auf die reinen E-Auto-Parkplätze bezog ich mich in der Tat nicht. Ich meinte den 3. Absatz. Leider ist es ja auf diesem Blog üblich, dass Quellen selten verlinkt werden, damit man sich ein eigenes Bild machen kann.

  5. @spaceman80 Die Kommunen sind nunmal dafür zuständig. Was in einer Stadt möglich ist muss in einer anderen ja nicht gleich funktionieren. Das Ergebnis wäre ansonsten der kleinste gemeinsame Nenner und das wäre wahrscheinlich nichts.

  6. Ob jetzt die Freigabe des ganztägigen Parkens an den Ladesäulen auch heißt, dass nicht unbedingt auch geladen werden muss, geht leider auch nicht aus der offiziellen Seite der Stadt Dortmund hervor. Dort heißt es:

    „Vor diesem Hintergrund wird das Tiefbauamt der Stadt Dortmund folgende Maßnahmen umsetzen:

    Aktualisierung der Parkbeschilderung zum ganztägigen Parken durch Elektrofahrzeuge an sämtlichen 47 vorhandenen Ladestationen, die jeweils zwei Fahrzeugen eine Lademöglichkeit bieten
    Einrichtung von kostenfreien und zeitlich unbegrenzten Parkmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge innerhalb des Wallringes und an geeigneten Stellen in den Stadtbezirken (ohne Ladestation). Zunächst sind hierfür insgesamt 18 Standorte vorgesehen. Sobald ein entsprechender Bedarf deutlich wird, wird die Einrichtung weiterer Standorte möglich sein.
    Freigabe der Busspuren auf der Benninghofer Straße und auf der Wittbräucker Straße für Elektrofahrzeuge (Pilotfunktion)“

    Quelle: https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/umwelt/elektromobilitaet/nachrichten_69/detailseiten_98.jsp?nid=466791

  7. Zitat: „Nicht zu missachten ist auch, dass Dortmund Elektroautos freie Fahrt auf Busspuren gewähren will – und ist damit die erste Stadt Deutschlands, die ein solches Sonderrecht umsetzt.“

    Leider der völlig falsche Weg. ÖPNV muss immer Vorrang vor Individualverkehr haben (unabhängig ob Verbrenner- oder Elektrofahrzeug)

  8. >>Leider der völlig falsche Weg. ÖPNV muss immer Vorrang vor Individualverkehr haben (unabhängig ob Verbrenner- oder Elektrofahrzeug)<<

    Finde ich auch. Individualverkehr hat auf Busspuren nichts zu suchen. Ich bin mir auch sicher, dass dann bald auch Verbrenner die Spuren nutzen. Sie folgen einfach dem E-Auto, wenn der das macht …
    Die Disziplin geht flöten, die Nerven der Busfahrer auch.

  9. In Norwegen ist die Busspurbenutzung wohl schon zum Problem geworden: es gibt einfach zu viele e-autos auf der Busspur, sodass die Busse behindert werden.

  10. Dies wurde den Kommunen im Elektromobilitätsgesetz aber ausdrücklich eingeräumt. Mich wundert, dass nicht einfach noch mehr Kommunen mal aus dem Quark kommen und wenigstens versuchen, der Mobilität Vorrang einzuräumen. Dieses Land ist gelähmt und viel zu konservativ. Man muss einfach mal machen, mal was wagen und nicht immer nur bedenken äußern. Wenn es irgendwann nicht mehr funktioniert schafft man es eben wieder ab. In Berlin gibt es mehr als 7000 Taxis, die alle die Busspur benutzen dürfen. Bisher gibt es keine Bestrebungen, dies wieder abzuschaffen, weil der Busverkehr behindert würde.

  11. Dortmund ist nicht Oslo. Es gibt lediglich zwei Busspuren mit ca. 500 m Länge in der Summe. Das bringt weder für den e-Mobilisten noch für den ÖPNV Vor- oder Nachteile. Ist aber gutes Marketing.

    Es ist richtig, dass e-Mobilisten derzeit unbegrenzt an den öffentlichen Ladesäulen (47 = 94 Ladepunkte/plätze) im Statgebiet stehen und laden dürfen. Daneben gibt es jetzt noch 18 e-Parkplätze ohne Ladeoption, die in bevorzugten Parklagen ausgewiesen sind. Dies ist doch ein besserer Anreiz als der Wegfall der Kfz-Steuer. Oder?

    Liste der e-Parkplätze:
    – Hansastraße/Hansaplatz (Nähe Taxistand)
    – Bissenkamp 14
    – Betenstraße (vor der Deutschen Bank)
    – Kleppingstraße (vor dem Stadthaus)
    – Kampstraße (zwischen Hoher Wall und Freistuhl)
    – Beurhausstraße (Höhe Klinikum)
    – Saarlandstraße 73 (zwischen Dresdener und Chemnitzer Straße)
    – Nordmarkt (an der Grundschule)
    – Brambauer Straße (Ortskern Brechten)
    – Frohlinder Straße
    – Limbecker Straße (Zugang Fußgängerstraße)
    – In der Meile 2
    – Altenderner Straße
    – Egbertstraße (Parkplatz)
    – Hermannstraße 4 (Sparkasse)
    – Wupperstraße 48
    – Leostraße (Parkplatz)
    – Schimmelstraße (Parkplatz)

    Blockiert ein Fremdparker einen der 102 für e-Fahrzeuge reservierten Plätze, kann man das Ordnungsamt anrufen. Oder den Fremdparker ablichten und an das Ordnungsamt schicken.

    Neben diesen öffentlichen Parkplätzen gibt es solche in Parkhäusern oder im halböffentlichen Raum (Privatgelände, dass man befahren darf; für den Laien nur schwer erkennbar). Weitere Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum sind geplant. Dort ist offen für alle Investoren in Ladeinfrastruktur, die unser Leben als e-Mobilisten einfacher gestalten möchten.

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