Umweltprämie: Der Fördertopf wird nicht leer

Georg Sander / pixelio.de

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Die Umweltprämie als Kaufanreiz kommt in Deutschland nicht wirklich ins Rollen. Bis Mitte 2019 soll es sie noch geben, dabei könnte das Geld bei den derzeitigen Antragszahlen ganze zwei Jahrzehnte reichen.

Foto: comobility

1,2 Mrd. Euro schmoren im E-Auto-Fördertopf. Aber so richtig Appetit scheint keiner zu haben. Nach Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, sind bis zum 1. Dezember gerade einmal 7.370 Anträge eingetrudelt – das macht rund 13 Mio. Euro. Wenn es weiter so geht, könnten Elektromobilisten noch in 20 Jahren einen Zuschuss beim Kauf eines E-Autos beantragen.

Das Problem: Das Geld ist nur bis Ende Juni 2019 verfügbar. Dann ist es egal, ob noch Fördergelder im Topf sind oder nicht.

Knapp 57 Prozent (also 4.173) der Anträge waren für rein elektrische Fahrzeuge und immerhin drei für Brennstoffzellen-Fahrzeuge; der Rest des Geldes ging an Plug-In Hybride. Bei rund 4.000 neuen Stromern auf Deutschlands Straßen kann man sagen – besser das, als gar nichts. Aber ein Armutszeugnis ist es trotzdem.

Es gibt viele Gründe, bzw. viele Meinungen dazu, warum die Elektromobilität hierzulande nicht wirklich in die Hufe kommt. Zu wenig Ladesäulen, die Autos sind zu teuer, die Reichweiten zu gering usw.

Laut dem Marketing-Experten Michael Adler von tippingpoints, muss Werbung für neue Wege positiver sein. Man solle sich also nicht darauf fokussieren, dass Dieselfahrer die Luft verpesten, sondern vielmehr E-Autofahrer dafür loben, dass sie es nicht tun. Ein Kaufanreiz ist bereits eine Form der Belohnung – aber gekoppelt mit mehr Privilegien könnte sie bestimmt noch effektiver sein.

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18 Gedanken zu “Umweltprämie: Der Fördertopf wird nicht leer

  1. Es ist schon erstaunlich, dass trotz Förderung der Anteil der Elektro-Autos so gering bleibt.
    Erklären kann ich es mir nur dadurch, dass einfach noch zuwenig Angebot da ist.
    ZOE Käufer warten auf die große Batterie, Smart gibt es erst im Laufe des nächsten Jahres, den Golf mit dem großen Akku gibts auch erst in 2017, Opel Ampera im 2ten Halbjahr 2017, Tesla Model 3 erst 2018……..
    Das sind natürlich schon Argumente dafür, noch einmal abzuwarten !
    Und den Elektrokombi mit Anhängerkupplung und großem Akku hat noch nicht einmal ein Hersteller angekündigt !!!
    Da denke ich wird sich`s noch ein bisschen hinziehen, mit den steigenden Zulassungszahlen für Elektroautos – leider !

  2. Wenn der Topf nicht leer wird, könnte man doch die Prämie/Fahrzeug verdoppeln.
    Dann geht mehr weg!

  3. Oder mehr in die Ladeinfrastruktur, besonders Schnelllader an Autobahnen und wichtigen Bundesstrassen investieren als die 300 Mio. Allerdings bitte nicht zum Fenster rauswerfen wie bei SLAM! Oder gar für H2-Tankstellen!
    Weiterer Grund aus meiner Sicht ist die Beratung bzw. Nichtberatung in vielen Autohäusern. Ich weiß, es gibt Ausnahmen, aber die bestätigen leider die Regel: das 08/15 Autohaus hat null komma null Interesse an EVs, hat keine Vorführer, rät Interessenten massiv vom Kauf eines EV ab und lenkt das Interesse auf Diesel- oder Gasfahrzeuge! So wird das nix! Glücklicher Weise gibt es noch das Internet, GE und einzelne in EV-Themen sehr engagierte Autohäuser in D und drumrum.

  4. Sollen das Geld lieber pro Auto in eine neue Säule investieren. Laternenlader. Whatever. Aber das ist der Hauptgrund, warum keine Autos gekauft werden.

  5. In aller erster Linie ist nach wie vor die politische und Industrielle Unwilligkeit das Haupthemmnis. Danach ganz klar die fehlende opulente Werbung, ginge es um ein Smartphone oder ein alkoholisches Getränk, ja da schlägt die Werbewelle sofort hoch. Dabei ist ein E-Auto das genialste Lifestyleprodukt überhaupt. Das ließe sich auch vermitteln ohne nur die öko-Überlegung zu bedienen. Geht gar nicht um Abgas oder Lärm, sondern einfach kein Öl mehr verbrennen für Fortbewegung. Das andere bekommt man dann dazu. Als letztes mangelt es an Aufklärung die mit den Vorurteilen aufräumt. Allerdings kommt es auch darauf an, das jeder Einzelne mal was anderes ließt als Whats-App-Geplapper über die Nachbarn und oder Kollegen.

  6. Müssen eigentlich IMMER absolute Falschinfos in diesem Blog stehen?
    „1,2 Mrd. Euro schmoren im E-Auto-Fördertopf.“ FALSCH!
    Für die Kaufprämie hat Finanzminister Schäuble bis Ende 2019 0,6 Mrd. € eingestellt, was dank der mickrigen Förderung von nur 2.000 € (welche die Mehrwertsteuereinnahmen für die im Vergleich zu Verbrennern deutlich teureren E-Autos nicht ausgleicht) für 300.000 reine E-Autos ausreichen würde.

  7. Das Fördergelder könnte zB in gratis und daher ohne Registrierung verfügbare Ladesäulen investiert werden. Die hohen Strompreise sind auch abschreckend.

  8. Ich hatte auch auf die Prämie gewartet. Aber bei nur 2000€ staatlicher Förderung (2-3k€ Herstellerrabatt hatte ich schon vorher eingeplant. ) ist es dann im Mai doch ein Jahreswagen geworden. Der Wertverlust in den ersten Jahren ist halt enorm! Das Autohaus kann für den Neuwagen keine Prämie beantragen.

  9. Ich hatte vor einer Woche verdacht verdacht auf einen Getriebeschaden bei meinem Golf 5. Dann habe ich mich ein wenig mit dem Thema auseinander gesetzt und für mich entschieden, dass ein BMW i3 mit REX für mich und meine kleine Familie die beste Wahl wäre.
    Was mich besonders an dem i3 fasziniert, ist das Design, das Geringe Gewicht und das von Grund auf neu entwickelte Konzept.

    Dann zum Preis:

    Gebrauchter REX 27.000 € Modell 2014 mit ein paar Kinderkrankheiten wie der beschlagenen Frontkamera.

    Das sind Preise die ich und meine Frau beim besten Willen nicht stämmen können.
    Aber wir wollen dann auch nicht weniger Komfort wie bei unserem jetzigen Golf 5.

    Man muss ja auch von irgendetwas leben. Ich denke so geht es vielen Familien. So wollen gerne E-Autos fahren, aber auf eine gewisse Qualität nicht verzichten.
    Dabei kommt man dann aber in Preisregionen jenseits von gut und böse.

  10. Ich denke auch, dass es in 2017 deutlich anziehen wird. Viele warten auf die größeren Akkus. Die Anträge für Ladesäulenzuschüsse können auch erst in 2017 eingereicht werden. Daher ist da im Moment auch etwas Flaute.

    Ich denke ab Mitte 2017 wird sich an beiden Fronten ordentlich was tun.

  11. Ich pflichte Thomas Wager bei. Es fehlen im Moment einfach die richtigen Modelle am Markt.
    Warum gibt es keinen E-Golf Variant? Warum keinen BMW X1e?
    Immer nur Kleinwagen funktioniert halt nicht und irgendwann ist dieser Markt gesättigt.
    Die vielen Model 3 Vorbesteller werden es dann vielleicht noch richten und können sich schon über die noch vorhandenen Fördergelder freuen.

    Anderer Ansatz: Warum gibt es (fast) keine Anreize für Dienstwagenfahrer?
    Mit einer Förderung analog Holland hätte man schnell eine riesige Gruppe erschlossen, die fleißig alle 3 Jahre einen Neuwagen abnimmt. Sicher nicht die „km-Fresser-Verkäufer“, aber viele Führungskräfte mit einem Auto als Gehaltsbonus. Wenn die Versteuerung deutlich fällt, wird sich das manch einer überlegen.

  12. Ein Land und dessen Journalie, die sie unglaublich am Fresstrog der Automobilindustrie hängen, grunzen und sabbern, nehme ich sowieso nicht ernst. Meine E-Autos hab ich gekauft, weil die geil zum fahren sind – nicht weil es vom Amtsschimmel noch paar Euros dazu gibt.

  13. Ich rede viel über das Thema mit anderen Leuten und meist sehen die Fragen so aus.
    Ich nehme den Ioniq als Beispiel, weil er für mich das erste bezahlbare „richtige“ Auto ist“!
    Als allererstes: Wie weit komme ich? Dann sage ich ca 200km Da verziehen 95% der Leute das Gesicht, was so wenig!
    Als zweites: Wie lange braucht er zum „tanken“ ne so lange will ich nicht warten. Wenn ich dann jedoch mit Argumenten komme, wie z.B. das Auto steht nachts ja, sieht man meist wie sie nachdenken.
    Ich vertrete noch immer meine Meinung, 90% der Deutschen wollen jetzt kein EV!
    Die 3. Frage ist dann immer: Und wo lade ich den auf? Gibt doch fast keine Ladesäulen. Was ist denn wenn ich mal 400km fahren will? Dann muss man planen sag ich. Och ne das will ich aber nicht, heist es dann immer!
    Der Preis kommt meistens als letztes ins Spiel! wobei es dann auch Stirnrunzeln gibt! Die Allgemeinheit ist aufgrund schlechter Informationen, fehlenden Angeboten, massiv fehlender Ladeinfrastrucktur und am Ende am zu hohen Preis nicht interessiert!

  14. Dass so viele Leute skeptisch beim Thema Elektromobilität sind liegt sicher nicht nur an der Reichweite. Es ist sicher auch so, dass viele den Atem anhalten, denn im Moment werden alle paar Monate wieder neue Modelle angekündigt, die jeweils günstiger, komfortabler und auch Reichweitenstärker sein sollen. Da befinden sich dann viele in einer Dauer-Wartehaltung, in der Hoffnung, dass beim „nächsten“ Autokauf dann bessere Angebote da sind.
    Leider wird auch von der Politik und den etablierten Autoherstellern das Thema Elektro-PKW immer noch ich die reine Öko-Ecke gestellt, wo es nur um die Emmissionsfreiheit des Fahrens selbst geht. Dabei hat der Elektroantrieb noch viele weitere Vorteile: Bei gleichen Stückzahlen im Vergleich zu Verbrennern einfachere Technik und damit geringere Produktionskosten. Ladeinfrastruktur einfacher aufzubauen und zu warten, als ein großes Tankstellennetz. Unabhängigkeit von einem bestimmten Energieträger. Besserer Fahrkomfort. Geringerer Wartungsaufwand, geringeres Gefahrenpotenzial bei Unfällen… Wenn die etablierten Hersteller es wirklich ernst meinen würden, könnten sie diese Vorteile in der Werbung in den Vordergrund stellen. Das macht aber niemand. Solange das so ist, werden Elektroautos in der Öko-Nische bleiben und die „Early Adopters“ werden dies ewig bleiben.

  15. Interessanterweise macht grad‘ VW ja doch einiges an Fernsehwerbung (die mit dem Kreisverkehr). Vielleicht heißt es auch „gute Produkte verkaufen sich auch ohne Werbung, nur schlechte muss man anpreisen“.
    Leaf oder i3 Werbung hab ich schon seit Wochen nicht mehr gesehen und ZOE noch gar nicht.
    Ok, wenn ich denn mal Werbung sehe. Das kommt nicht oft vor.

  16. Ich habe den ZOE R240 2 Tage gefahren. Und war begeistert. Hatte aber mit der Reichweite Probleme. Jetzt kommt der ZE 40 reale Reichweite so mu die 300 Km. Ich hatte bis jetzt beschlossen den ZOE zu kaufen, aber dann der Schock 2800€ mehr kosten für den Akku das Notladekabel kostet nochmal 600€ dann ging es um die Versicherung hatte Angebote von 210€ im Jahr Vollkasko. Aber dann kam der nächste Schock, der Akku muss zusätzlich Versichert werden und somit war ich auf einmal bei 350€. Dann die Batterrie Miete 69€ im Monat. Somit ist der Unterhalt pro Jahr bei 7000km um 360€ teurer als bei meinen Golf Plus.
    Der einzige Vorteil waren die Stromkosten gegen über Benzin. Der nächste Schock war eine Ladestation in meiner Mietgarage. Vom Vermieter die Genehmigung bekommen aber den Anschluss muss man selbst bezahlen und wurde mit 2000€ veranschlagt. Also fazieht, die Mehrkosten sind erheblich und die habe ich auch nach 5-10 Jahren wieder eingeholt. Aber da ich an Kinder und Enkelkindern Denke, werde ich den ZOE trotzdem Kaufen. Das Fahrgefühl und ohne Schadsoffe zu fahren hat mich Überzeugt. Leider hat sich in Bremen in meiner Ecke mit schnellladesäulen im Jahr 2016 nichts getan. Aber davon lass ich mich jetzt auch nicht mehr abschrecken.

  17. zu Ernesto: Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht !
    Wir E-Mobis (Elektromobilisten) sind nun mal Pioniere.
    Siehe auch „Growian, Niedertemperaturheizung, Photovoltaik.

    In vielen Gesprächen erhalte ich reges Interesse an der Elektromobilität. Ich stelle aber auch fest, das die Interessenten von diesem Technologiesprung deutlich überfordert sind. Hier kann nur eine objektive Information über die Medien weiterhelfen. Alle Gesprächspartner sind überzeugt, dass E-Autos die Technik der Zukunft sind. Es ist auch absehbar, das die Verbrenner an ihrer eigenen Komplexität kollabieren werden. (Erhaltungskosten)

    Zur Info:
    Starkstromleitung über 10m, je 1x durch Betonwand,-Decke mit 32A Steckdose und eine transportabele 22Kw Betterman-Ladebox montieren lassen = 900€ . (Andere kaufen sich dafür effekthaschendes Zubehör für ihren Verbrenner.) Akku kostenlos als „Zubehör “ mitversichert.

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