Bundesregierung gibt grünes Licht für Ladesäulenausbau

Foto: comobility

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Es war schon immer eine Henne-Ei-Frage: Braucht Elektroautos auf den Straßen, damit Betreiber mehr Ladesäulen aufstellen oder braucht man mehr Ladesäulen, damit sich Menschen ein Elektroauto kaufen? Die Bundesregierung geht das Problem von beiden Seiten an.

Bild: comobility.de

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Um die Elektromobilität in Deutschland zu fördern, greift die Bundesregierung Interessenten mit dem Umweltbonus bereits finanziell unter die Arme. Jetzt will man mit dem jüngst verabschiedeten „Nationalen Strategierahmen für den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ auch Reichweitenangst bekämpfen und tausende Ladesäulen aufstellen.

Insgesamt 15.000 neue Ladesäulen sollen bis 2020 errichtet werde – 5.000 Schnell- und 10.000 „normale“ Ladesäulen. Ziel ist es in drei Jahren alle Autobahnraststätten mit Schnellladern ausgestattet zu haben. Insgesamt soll der Ausbau stolze 300 Millionen Euro kosten.

Auch die Kommunen werden im Rahmen des Förderprogramms „Elektromobilität vor Ort“ unterstützt. Hierfür sollen im Jahr bis zu 35 Millionen Euro fließen, um Gemeinden bei der Beschaffung von Elektrofahrzeugen sowie beim Aufbau der dafür notwendigen Ladeinfrastruktur zu helfen. Der „Nationale Strategierahmen für den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ sieht zudem Gelder für den Bau von 100 Wasserstofftankstellen in den nächsten zwei Jahren (400 Standorte bis 2023) sowie den Ausbau des Erdgas-Tankstellennetzes vor.

Aber zurück zur Elektromobilität: Die Kaufprämie hat bisher nicht viele bewegen können, mit Strom zu fahren. Zwischen Anfang Mai und Ende Oktober wurden laut dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gerade mal 5.800 Anträge gestellt – das umfasst auch Plug-in-Hybride und ein einziges Brennstoffzellenfahrzeug (komplette Liste).

Vielleicht ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland ja die Antwort zu der Henne-Ei-Frage und kann sich mit etwas mehr Ruhm schmücken. Oder vielleicht bleibt das Rätsel ungelöst.

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14 Gedanken zu “Bundesregierung gibt grünes Licht für Ladesäulenausbau

  1. Leider gibt die Bundesregierung überhaupt kein „grünes Licht“ für den Ladesäulenausbau, sondern sie labert nur darüber, dass es Ladesäulen bräuchte, statt die seit vielen Jahren diskutierte Ladesäulen-Förderung unbürokratisch ab sofort in Kraft zu setzen.

    Es passiert bis auf weiteres gar nichts, weil Ladesäuleninteressierte auf einen Zuschuss durch Förderung warten (eine Bestellung vor Zusage der Förderung bedeutet immer: es gibt keine Förderung). Da die Förderung m.W.n sogar bundesweit ausgeschrieben werden soll (der billigste Anbieter gewinnt), wird, wie bei öffentliche Ausschreibungen z.B. bei S-Bahnlinien übrig, sogar noch viele Jahre überhaupt garnichts passieren, weil die unterlegenen Bieter die Vergabeentscheidung immer durch mehrere Gerichtsinstanzen anfechten könnne (so lange darf der Gewinner auch nichts investieren).

  2. Also gibt es bis Ende 2019 entweder 12 Schnelllader pro Raststätte oder die 400 Raststätten bekommen je einen. Das wäre dann schon wieder ein Jahr verzug im Aufbau der Schnelllader. Wollte nicht Hr. Dobrinth 2014 die 400 bis Ende 2017 gebaut haben? Komisch, jedes Jahr verschiebt sich der Aufbau um ein Jahr.

  3. Sind die Formulare für den Fördermittelantrag für die Ladesäulen die ab 1.1.2017 gefördert werden sollen, denn endlich fertig?

  4. Sind die Säulen auch mit den Blauen Tank und Rast Tüten versehen?
    Finde die ja sonst nicht 😉

  5. „stolze 300Mio. €“ – da wäre es schon interessant, wieviel die Lobbyisten für sinnlose Wasserstofftankstellen abzweigen – bzw. wieviel tatsächlich in sinnvolle Ladesäulen fließen. Wenn das Geld denn tatsächlich einmal fließt und sinnvoll investiert wird.
    Man kann ja auch Steuergelder verbraten wie für die exclusive Ladestation „CCS BMW Welt in München“, die nicht etwa von BMW bezahlt wurde …

  6. Da wird gemauert, was das Zeug hält!
    Jedes Jahr, das Verzögerungen möglich macht, ist ein gutes Jahr. Für die deutsche Industrie.
    Mal ist es der fehlende Winterbeton ab + 10,5 Grad Celsius, mal sind es völlig überteuerte Ladesäulen im deutschen Lande. Egal! Koste es was es wolle. Hauptsache Subventionen!
    Die ganze Welt lacht über dieses Konglomerat von dominanter Autolobby und devoter Politik aus Berlin.
    Und die Auto – Blöd schreibt fleißig weiter Gutes, für die Öl- und Dieselderivate – Verbruzzler, made in Germany.
    Wieviel Abgaslügen muss es denn noch geben? 🙂

  7. Nur 5800 Anträge, bei den mickrigen Reichweiten der deutschen Anbieter. „Ein Franzose oder Japaner kommt mir nicht in die Garage“, höre ich immer wieder. Also braucht es einen nicht wundern.
    Schaumermal, ob Opel das Wunder schafft.

  8. Die Ladesäula auf dem Foto ist meines Wissens übrigens 1. dort seit eineinhalb Jahren in Betrieb, 2. eine private Spende sowie von der Kommune installiert und betrieben, 3. ohne Fördermittel realisiert und dennoch kostenlos. Nur für das Parken muss bezahlt werden.

    Ergo: Wenn man wollte, dann kann man so oder ähnlich relativ preiswert die Voraussetzungen für E-mobiltät vernbessern. Nur müssten auch mehr Autos mit 22kW AC etwas anfangen können..

  9. Ja, es braucht eine Angebotsplanung.

    Ja, es müssen massiv Säulen in die Gegend gestellt werden.

    Der Preis muss attraktiv sein (<20 Cent), sonst werden die Säulen verschmäht.

    Ich gehe zurzeit nur an Gratis-Lader und lade ansonsten zu Hause. "Draußen" zu Apotheker-Preisen (das ist ab 25 Cent) lade ich NICHT, weil ich spitz rechne.

    Wann würde ich "draußen" laden? Wenn am Ziel (Arbeit, Einkauf, Freizeit) massenhaft 22 kw-Maschinen mit günstigem Tarif stünden. Das müssen einfache Geräte (wie sie z.B. bei TNM sofort verfügbar sind) sein und keine Triple-Charger. Triple-Charger-Standorte baut man überall dort hin, wo bereits Supercharger stehen.

    Mit 22 kw AC und einem CCS-Anschluss am Wagen kann man beides. Im "Notfall" auf der Fernstrecke mal teuer und schnell, aber in der Regel bei jedem Parkvorgang mit 22 kw und GÜNSTIG Strom reinschnüffeln!

    Wir sollten uns genossenschaftlich zusammentun und die Sache beginnen. Auf Förderung sollte man nicht warten. Einfach machen !

  10. Wahnsinn, wofür unsere Steuergelder ausgegeben werden.

    Wie die Vorredner schon sagten: AC 22kW. Überall! Pro Säule 5000€, 80000 wären machbar!

    Stattdessen neue Standards, und unsinnige H2-Tankstellen. Es ist traurig! Typ2 könnte ja beides, s. Tesla..

  11. Tank und Rast Säulen zwischen München und Salzburg sind weiterhin nicht gekennzeichnet und am Irschenberg meistens zugeparkt. Der Trippelcharger Bergen Nord lieferte gestern mit Typ2 nur 8 kW statt 43kW. Wenn weiterhin der Aufbau von Ladesäulen gefördert wird, die dann nicht brauchbar gekennzeichnet und betreut werden, sollte lieber nichts aufgebaut werden. Jede mißlungene Ladung fördert massiv die Ablehnung der E-Mobilität.

  12. Die Schnelllader entlang der Autobahnen sind wichtig, fördern aber nicht die Elektromobilität. Wahrscheinlich sind 90% der E-Mobilisten Heimlader. Kaum ein Laternenparker wird sich heute ein Fahrzeug kaufen, wenn er nicht vor der Tür laden kann. Dieser Markt bleibt weiterhin außen vor.

    Daher finde ich es sinnvoller in den Wohngebieten, auf Supermarktparkplätzen flächendeckend AC Lader auszurollen und so zu kennzeichnen, dass auch der blindeste Verbrennerfahrer täglich sieht, dass er hier sein E-Fahrzeug laden könnte, so er eins hätte.

  13. Alles nur Politikum, Lobbyismus und Verzögerungstaktik. Und natürlich viel viel Psychologie. Gab es damals auch so eine gesellschaftliche Unruhe als Berta Benz nach
    Bad Canstatt gegurkt ist mit ihrem Vehicel mit minimaler Reichweite?
    Und am Strom (sofern regenerativ) kanns auch nicht liegen, ich würde sagen es gibt an mehr Orten Strom als Flüssigtreibstoff. Ich finde elektrisch fahren einfach spitze, fühlt sich super an (wirklich körperliches Erlebnis), wer es einmal probiert hat wird merken, dass das was wir heute fahren, knatternder Kompromiss ist. Kein Wohlfühlgefühl im Auto, einfach nur Lärm und Gestank, ohne zügiges Vorankommen und mit extrem viel Verschleiss.

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