Autoindustrie tritt bei Förderprogramm auf die Bremse

Foto: BMW

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Dass die Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland nicht ohne Zustimmung der Automobilindustrie durchgewunken wurde, war klar. Wie groß der Einfluss war, geht jetzt aus einem Artikel im „Stern“ hervor.

Bild: comobility

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Demnach sollte es eigentlich bis zu 5.000 Euro Kaufprämie pro Elektrofahrzeug geben und die sollten nicht vom Staat, sondern durch die sogenannte Bonus-Malus-Regelung finanziert werden. Käufer von neuen Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselantrieb hätten dann eine Abgabe zwischen 50 und 1.000 Euro zahlen müssen, die wiederum in die Kaufprämie gesteckt werden würde.

In „internen Akten von Wirtschafts- und Umweltministerium“, die dem „Stern“ vorliegen, steht, dass sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) sowie die IG Metall dieser Idee in die Quere gestellt haben, denn sie wollten keine „Stigmatisierung größerer Fahrzeuge“.

Auch eine verbindliche Elektroautoquote für Hersteller war laut der Autoindustrielobby nicht drin.

Ob eine 5.000-Euro-Kaufprämie einen Unterschied gemacht hätte? Man kann nur spekulieren. Laut dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) sind zwei Monate nach Beginn der Prämiere gerade mal etwas mehr als 3.000 Anträge gestellt worden. Der BMW i3 und auch die kleine Renault Zoe führen die Liste bei den rein elektrischen Fahrzeugen an.

Weiter kann man spekulieren, was eine Elektroautoquote für Hersteller für den Fahrer bedeutet hätte. Niedrigere Preise, da höhere Stückzahl? Besser informierte Autoverkäufer, damit die Autos nicht beim Händler rumstehen? Eine für die Zukunft gewappnete Autoindustrie? Wir werden es wohl nie wissen.

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14 Gedanken zu “Autoindustrie tritt bei Förderprogramm auf die Bremse

  1. Die Pämie ist ein lacher. Wenn man bedenkt das diese Autos ca 10 – 15.000 € mehr kosten.

    Das Land BW hat vor Jahren den Mitsubishi Outlander PHEV für die Taxi geförtert und dafür den Aufpreis bezahlt von normal zum Elektro.

    Das waren so 10-15.000 € je Fahrzeug und die Taxifahrer sind noch Vorsteuerabzugberechtigt und können sich die Steuer zurück holen.

    Da haben die ein richtiges Schnäppchen gemacht !!!

  2. Ich habe nichts anderes vermutet.
    (Ausgerechnet I3 + Zoe Photos anzuhängen, finde ich allerdings unfair).

  3. Die deutschen Hersteller wollen natürlich in den Werkstätten auch Geschäfte machen. Deshalb wurde meiner Meinung nach die Prämie für die rein elektrischen von 5000 auf 4000 reduziert. Die 3000 für Hybride die den Kunden vorwiegend „angedreht“ (diese werden auch in allen Medien angepriesen) werden finde ich überhöht.
    Zu der Formulierung oben: Der ZOE (Renault stockt die Prämie, soviel ich weiss nach wie vor auf 5000 Euro auf) führt die Liste an! (siehe Text aus Link „Liste“)
    „Die Franzosen haben mit dem Zoe das günstigste und gleichzeitig beliebteste E-Auto im Programm, 671 Anträge zur Förderung dieses Modells wurden beim Bafa gestellt. 559 Käufer entschieden sich für einen BMW i3.“

  4. Und zu die „kleine“ ZOE:
    Meine ZOE (seit 12/2014 nun 38000km) ist ein 5 Sitzer! Auf dem Heimweg von Partys sind oft 4 weitere Personen mit an Bord… Dort finden auch 6 Getränkekisten Platz im Kofferraum (dabei ist die Hutablage drin!)
    Der i3 ist nur ein 4 Sitzer! Dieser hat auch einen kleineren Kofferraum.

  5. Schön haben sie sich das zurechtgebogen. Danke VW, BMW, DB, …
    Ich von meiner Seite antworte ebenfalls: von euren Schrottkisten kauf ich nichts mehr.
    Ich fahre schon elektrisch und es ist kein Auto von euch.

  6. Die deutschen E-Autos sind ein Witz – unpraktisch und total überteuert. Ich bin mit meiner ‚kleinen‘ Französin (Renault ZOE) sehr zufrieden. Da haben die Franzosen den übermächtigen deutschen Autobauern ein schönes Schnippchen geschlagen. Die deutsche Autoindustrie sollte sich in Grund und Boden schämen mit ihrer verkorksten Autopolitik.

  7. Naja nach dem langen hin- und her ist es kein Wunder, dass die Verkaufszahlen nur schleppend in Gang kommen. Viele haben nach der Prämie dann langsam bestellt. Einige davon sind sicher schon ausgeliefert, aber viele noch nicht. Aber wie lange dauert es von der Antragstellung bis diese in der Statistik auftaucht? Dann haben wir im Moment noch Urlaubszeit. Da kaufen sicher nicht sooo viele ein Auto. Warten wir mal noch ein halbes Jahr ab. Dann werden wir sehen wieviel Anträge eingegangen sind. Von nur 3 Monaten auf einen Misserfolg zu schließen, halte ich für verfrüht.

  8. Welch Schizophrenie! Lange hat die Industrie nach dem Staat geschrieen, die Prämie einzuführen, und dann? Wird sie durch die gleiche Industrie gekürzt. Und nicht nur das: das sinnvolle System, die Prämie nicht vom Steuerzahler sondern, in überschaubarer Höhe vom „Stinkerfahrer“ zu finanzieren, wurde abgelehnt. Warum konnte sich die Politik hier (wieder mal) nicht durchsetzen? Offenbar werden wir längst von Konzernen und deren Lobbies regiert…

  9. was fuer eine foerderung?? am ende bezahlt das der hersteller, wenn ich mich recht erinnere haelfte staat die ander haelfte der hersteller.
    also frag ich mich wer hier wirklich bremmst,
    ich soll ein auto bauen das eh schon mehr kostet und denn noch guenstiger verkaufen. die idee war doch von der bunderegierung und die kann das ja auch denn bezahlen wenn sie e autos auf den strassen haben will.

  10. Ich habe mir vor 4 Jahren geschworen keinen Stinker mehr zu kaufen. Vor 1,5 Jahren ist es dann der ZOE geworden, bin jetzt 30000km damit Gefahren und begeistert. Traum bleibt ein Tesla.

  11. Nun wird endgültig klar, wer den Staat regiert. Für die reduzierte Förderung haben Dobrint und Gabriel schließlich die Erlaubnis der wahren Regierenden erhalten. Warum schicken wir diese Politiker nicht endlich nach Hause und überlassen die Staatsgeschäfte den Lobbyisten der Konzerne, die sind professioneller. So würden wir uns viel Geld für die Politikerrenten und einen Großteil der Lobbyisten sparen.
    Diese Meldung zusammen mit der Nachricht dass Baroso nun für GoldmanSachs arbeitet, läßt mich wirklich an der Demokratie in Europa zweifeln. Da wundert sich noch ein Politiker über die Wahlbeteiligung.
    Also nicht reden, sondern jeder bei sich selbst anfangen, solange wir noch zwischen Elektro und Verbrenner wählen können.

  12. Ich habe auch schon gewählt
    Ein Elektroauto aber nicht aus D.
    Und der nächste ist schon reserviert!
    Das ist unsere Antwort auf die Mafia der verbrenner Lobby

  13. War mir klar, dass die Autolobby wieder die Pfoten im Spiel hat. Alles inkonsequent!
    Die 4000 Euro find ich noch ganz o.k., Hybride hätte ich gar nicht gefördert. Und die 4000 für reine E-Autos hätte ich verdoppelt, wenn zeitgleich der eigene Verbrenner verschrottet wird. Das wäre mal was gewesen.

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