Tesla Gigafactory – Von Nevada auf nach Sachsen?

Bild: Tesla Motors

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Der Freistaat würde auch gerne eine Gigafactory von Tesla behausen und sagt, man habe den perfekten Platz dafür: Kamenz.

Bild: Youtube/Tesla Motors

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Die Kleinstadt ist bereits in Fachkreisen bekannt. Immerhin sind dort Daimlers Tochterunternehmen Accumotive und auch Li-Tec angesiedelt. An Fachpersonal und Expertise sollte es also nicht mangeln, sagt Sachsens Wirtschaftssekretär Hartmut Mangold. Und an Lithium auch nicht, denn das Bundesland soll das größte Lithium-Vorkommen in Europa haben. Deshalb hat Mangold bei einem Besuch in Kalifornien die Stadt Kamenz ins Rennen geschickt.

Und Sachsen hat noch ein Ass im Ärmel, um Tesla bei einer Standortentscheidung in seine Richtung zu lenken: Man verspricht den Fabrikbau mit 15 Prozent zu fördern. Das sind hunderte von Millionen Euro und etwas, was laut Mangold kein anderer Standort in Westeuropa bieten könne. Das stimmt zwar nicht hundertprozentig (laut den Regelungen der Europäischen Kommission kann Tesla bis zum 31. Dezember 2017 auch in anderen neuen Bundesländern sowie an einigen Standorten in Europa 15 Prozent Beihilfe erhalten), aber es ist trotzdem viel Geld.

Dass Tesla über ein Batteriewerk in Deutschland nachdenkt, ist nicht neu und auch kein Geheimnis. Ende vergangen Jahres hatten die Kalifornier bereits bei Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel angeklopft, um über mögliche Subventionen zu sprechen. „Ich denke, er [Elon Musk] möchte öffentliche Fördermittel“, sagte Gabriel damals. Mehr wurde aber nicht bekannt gegeben.

Derweil will Daimler die Produktionsfläche von Accumotive in Kamenz verdreifachen und dort ab Sommer 2017 Lithium-Ionen-Batterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge bauen. Der Autobauer setzt neuerdings ja auch auf stationäre Speicher, weswegen das Wachstumspotential durchaus vorhanden ist. Nur anders als Tesla, stellt Daimler nicht seine eigenen Batteriezellen her.

Ob sich Tesla letztlich nach Kamenz locken lässt? Die Chancen stehen „eins zu zehn“, sagt der sächsische Wirtschaftssekretär Hartmut Mangold.

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4 Gedanken zu “Tesla Gigafactory – Von Nevada auf nach Sachsen?

  1. Man sollte schon mal Schürfrechte und Claims beantragen. Yukon war gestern. Auf ins Elbsandsteingebirge.

  2. Viele Jahre hatte Daimler mit Evonic in Kamenz unter dem Namen LiTec in Kamenz die extrem aufwänsige Fertigung von Lithium-Ionen Zellen aufgebaut. „Wir wollen das Know-How“ in Deutschland halten hieß es damals. Viel Fördergeld hatten Daimler und Evonic kassiert. Als dann die Frist abgelaufen war, binnen der im Falle einer Schließung der geförderten Unternehmung zu Rückzahlungspflichten führen könnte abgelaufen war, ist Evonic aus dem Joint Venture ausgestiegen und Daimler konnte die Zellfabrik abwickeln und verkaufen. Die Kunden, die damals Zellen von LiTec in ihren Produkten eingesetzt hatten, haben die Qualität der Zellen immer gelobt und auch in Asien kaum Vergleichbares bekommen – allein der Preis war zu hoch und lange Zeit lieferten die Fertigungslinien nicht die geplanten Stückzahlen.
    Auch wenn viele Mitarbeiter bei der benachbarten Accumotive unterkamen, musste man feststellen, dass die LiOn-Zellfertigung offensichtlich nicht zu Deutschland gehört (zumindest nicht nach Kamenz).
    Kamenz wurde damals nicht nur wegen der üppigen Fördergeldaussichten ausgewählt sondern auch weil sich am Gelände bereits eine kleine LiOn-Zell Fabrik befand, die Fa Ionity. Was war mit denen passiert? Pleite. Die Insolvenzmasse konnte teilweise von der neugegründeten LiTec wiederverwendet werden.

    Die Wüste in der sich diese Gigafactory auf dem Foto befindet gleicht eigentlich mehr dem Brachland, das der Braunkohletagebau in der Lausitz hinterlässt – evtl. könnte sich Tesla da mit Vattenfall zusammentun und es ergeben sich ganz neue Perspektiven für Orte wie z.B. Welzow.

  3. Wo in Deutschland ist doch egal. Hauptsache hier kommt die Elektromobilität voran. Und wenn die einmal dabei sind dann bitte gleich noch ein M3 Werk bei Laipzig dazubauen, dort wo schon der i3 vom Band rollt 😉

  4. Wenn ich das schon lese: Fördergelder für Fabriksbau. Von Nevada erhält Tesla nun über 20 Jahre verteilt Steuernachlässe in Höhe von insgesamt 1,25 Milliarden Dollar. Dafür muss Tesla jedoch mindesten 3,5 Milliarden Dollar in Immobilien und Fabrikausstattung investieren. Das hat Sinn weil es den Steuerzahler erst mal gar nichts kostet und nur dann dem Geförderten etwas bringt wenn er Gewinn macht, denn sonst zahlt er sowieso keine Steuern. Das fördert funktionierende Unternehmen und sorgt für Investitionen.

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