Rallye-Wagen von Renault: mit dem Zoe in die Top 10

Unser Wochenend-Rallye-Auto: Die Renault Zoe von StattAuto

Unser Wochenend-Rallye-Auto: Die Renault Zoe von StattAuto. Foto: comobility

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Wir sind am Wochenende bei der 6. Nordeuropäischen E-Mobil Rallye mit einer Renault Zoe an den Start gegangen. Die Gleichmäßigkeitsprüfungen hat sie souverän gemeistert. Für die fehlende Beschleunigung konnte sie nichts – das lag am Fahrer.

Vier Etappen von je rund 100 Kilometern lagen am Samstag und Sonntag vor uns. Wir hatten ein sogenanntes Roadbook mit schlecht lesbaren Karten, auf denen ab und an rote Striche eingezeichnet waren sowie „Chinesische Zeichen“ – Angaben, die man auf den Meter genau befolgen musste, um auch wirklich am Ziel anzukommen. Zwischen den rot markierten Abschnitten musste man den kürzesten Weg auf der Karte finden. Gott sei Dank hatten wir am Abend zuvor doch noch einen Drogeriemarkt aufgesucht, um ein Lineal zu kaufen.

Ist das auch wirklich die kürzeste Strecke? Wir messen lieber nochmal nach. /Foto: comobility

Ist das auch wirklich die kürzeste Strecke? Wir messen lieber nochmal nach. /Foto: comobility

Damit die Veranstalter nachvollziehen konnten, wo man entlanggefahren ist, waren rote Zahlen am Wegrand aufgestellt, die man aufschreiben musste. Minuspunkte für falsche Zahlen gab es nicht, nur für fehlende.

Die Karten waren, wie gesagt, schlecht lesbar. Das ist aber Absicht. Denn hier und da sind ein paar Gemeinheiten eingebaut, wie etwa, dass manchen Strecken doppelt abgefahren werden müssen oder man einen Schlenker über den Rastplatz oder um einen Baum machen musste. Wir haben das Roadbook vor jeder Etappe genau studiert, damit wir solche Fallen auch nicht verpassen. Das dauerte überraschend lange und wir haben uns öfters als nicht eine Lupe gewünscht. Pro 100-km-Etappe hatte man rund 3 Stunden, um mit dem Auto ans Ziel zu kommen. Das Durcharbeiten vom Roadbook hat pro Etappe gute zwei Stunden in Anspruch genommen.

Am ersten Tag ging es vom Kieler Hafen nach Schleswig. Dort war dann drei Stunden Pause, damit alle Autos Strom tanken konnten und die Fahrern und Beifahrer sich ein Fischbrötchen gönnen konnten. Dann ging es weiter zum GreenTech Campus in Enge Sande (Nordfriesland), wo die E-Auto über Nacht neben den hauseigenen Windrädern mit purem Ökostrom versorgt wurden. Am Sonntag ging es dann zur Fachhochschule Westküste in Heide und nachmittags über Rendsburg zurück nach Kiel.

Ladepause am Hafen in Schleswig. Sonnenbrand inklusive. /Foto: comobility

Ladepause am Hafen in Schleswig. Sonnenbrand inklusive. /Foto: comobility

54 E-Auto in drei Stunden laden. Alle Achtung. Foto: comobility

54 E-Auto in drei Stunden laden. Alle Achtung. Foto: comobility

Am spannendsten und schwierigsten war die Orientierungs- und Zeitprüfung am Sonntagmorgen auf dem GreenTech Campus. Da es sich nicht um öffentliche Straßen handelte, konnte Google Maps am Abend zuvor nur bedingt helfen. Dazu kommt, dass die Fahrzeuge im Minutentakt starten und man oft Gegenverkehr hat – was aber nicht heißt, dass man selber falsch gefahren ist. Also bloß nicht beirren lassen. Eine ähnliche Prüfung hatten wir auch in Friedrichstadt, nur ohne Zeitvorgabe. Wer die engen Gassen des kleinen Städtchens kennt, weiß, dass man dort schnell die Orientierung verliert. Hier ein Kompliment an meinen Beifahrer und Navigator: Beide Prüfungen haben wir souverän gemeistert.

Gestartet wird im Minutentakt. Wir stehen Schlange. Foto: comobility

Gestartet wird im Minutentakt. Wir stehen Schlange. Foto: comobility

Dann gibt es entlang der Wegstrecke noch sogenannte Gleichmäßigkeitsprüfungen, bei der man einen bestimmten Parcours oder eine Strecke auf die Sekunde genau abfahren muss. Auch hier müssen Fahrern und Beifahrer stets kommunizieren, die Durchschnittsgeschwindigkeit und die Zeit im Blick haben. Denn stehen bleiben darf man während der Prüfung nicht, die Räder müssen rollen.

Damit uns auf halber Strecke nicht der Strom ausgeht, war bei den Tageszielen immer ein Lade-Logistik-Team vor Ort, die fleißig umstöpselten damit auch jeder genug Reichweite für den Rest des Tages hat. Geladen wurde mit Schuko, an öffentlichen Säulen (wenn vorhanden, wie etwa in Heide), einem dem mobilen Schnellladegerät MDC22 von Designwerk aus der Schweiz, CrOhm-Boxen (besonder für die Zoe sehr interessant, da es mit 43 kW lädt) und einem mobilen Lader der Marke wallb-e. Der ein oder andere i-MiEV kam zwar mit 4 km Restreichweite am Ziel an, liegengeblieben ist aber keiner.

Kabelsalat zum Mittagessen. Foto: comobility

Kabelsalat zum Mittagessen. Foto: comobility

Wir hatten zwar Schwierigkeiten, die Tagesziele in der vorgegeben Zeit zu erreichen (ich bin viel zu langsam gefahren), aber für den 8. Platz von 54 hat es gereicht. Ein Erfolgserlebnis!

Organisiert wird das Ganze von Ingo und Bettina Buck, die wirklich viel Zeit und Liebe in das Event investieren. Allein Herr Buck ist die Strecke zehnmal abgefahren, damit auch wirklich alles stimmt. Wer selber mal Lust hat eine Rallye mitzufahren, dem kann ich die Nordeuropäische E-Mobil Rallye nur empfehlen. Am 2. Und 3. September findet die 7. Nordeuropäische E-Mobil Rallye in der Region von Bremen statt. Wir haben den Termin schon fest eingeplant und überlegen jetzt, mit welchem Auto wir teilnehmen. Vorschläge sind erwünscht!

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2 Gedanken zu “Rallye-Wagen von Renault: mit dem Zoe in die Top 10

  1. Es waren wieder einmal zwei tolle Renntage!
    Auch von uns ein Riesen Dank an das gesamte Team um Bettina und Ingo.

    Wir sind zwar „nur“ auf dem 9. Platz gelandet, aber dafür war Fortuna auf unserer Seite und hat uns eine Teilnahme per Los in China beschert 🙂
    (Wir können es noch immer nicht glauben!)

    Ich hoffe, es kommen viele nach Bremen!
    Gruß,
    Michael

  2. Schöner Bericht über einen tollen Event! Applaus für alle Teilnehmer und auch für die Initiatoren.

    Da werden bei mir Erinnerungen wach: In der wilden Jugend haben wir immer mal wieder kleine Rallyes mit Freunden veranstaltet, sie mit „Chinesen“, „Fischgräten“ und kleinen Aufgaben („Wieviel kostet ein Schmalzbrot in der ‚Rumpelkiste‘?“) durch die Stadt geschickt.

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