CHAdeMO rüstet auf 150 kW auf

Foto: Nissan

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Der japanische Standard geht mit der Zeit und will ab dem kommenden Jahr auch das Laden mit 150 kW (350 Ampere) ermöglichen. Fragt sich nur, wer an den Säulen laden soll.

Bild: Wikipedia Cmmons/C-CarTom

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“Wir rechnen damit, die ersten standardisierten Ladesäulen mit 150 kW im Jahr 2017 aufzustellen“, sagte Dave Yoshida, Generalsekretär der CHAdeMO Vereinigung bei der Mitgliederversammlung in Tokyo. Sollte es der Markt verlangen, könnte man ein Jahr später sogar auf 350 kW (1.000 Volt, 350 Ampere) hochgehen. Aber das wird derzeit noch geprüft.

Am Stecker ändert sich nichts. Zumindest nicht bei der 150 kW-Variante. Sonst hätten Nissan, Mitsubishi und Kia ein Problem. Seitens CCS spricht man schon länger über 150 kW und auf der Hannover Messe im April hat Phoenix Contact bereits ein Schnellladesystem mit integrierter Kühlung und bis zu 350 kW vorgestellt, genannt CCSplus.

Die Realität ist: kein Elektroauto kann derzeit die 150 oder 350 kW an CHAdeMO nutzen. Aber es ist gut, sich schon vorab auf Neues einzustellen. Und apropos Zukunft – wird es in zwei, drei Jahren in Europa überhaupt noch neue Autos mit CHAdeMO geben?

Der neue Hyundai Ioniq wird mit CCS geladen und ein weiterer Koreaner liebäugelt angeblich mit dem deutschen System – Kia. Auch aus Frankreich kommen mit großer Wahrscheinlichkeit keine neuen Stromer mit japanischen Ladeanschluss. Momentan wird der Mitsubishi EV ja ebenfalls von Citroën und Peugeot angeboten (mit CHAdeMO), bei den geplanten Eigenentwicklungen setzt man aber laut „Inside EVs“ wahrscheinlich auf Combined Charging.

Dass der CHAdeMO Vereinigung die Mitglieder ausgehen, ist nichts Neues. Schade eigentlich, weil das System hat einen ganz entscheidenden Vorteil: Bidirektionales Laden.

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14 Gedanken zu “CHAdeMO rüstet auf 150 kW auf

  1. Ich verstehe den Zusammenhang zwischen Chademo und bidirektionalem Laden nicht (letzter Absatz). Wenn das E-Auto zum Stromspeicher wird (z.B. für das eigene Haus), dann hat das doch nichts mit der Infrastrukturseite zu tun.

  2. So ein Schwachsinn, bidirektionales Laden funktioniert auch auf Basis CCS. Live zu sehen an einem E-Up in Wolfsburg!

  3. Nein, das ist kein Schwachsinn. Mir ist jedenfalls keine kaufbare Lösung bekannt, die bidirektionales Laden über CCS ermöglicht. Für CHAdeMO gibt es das schon. Forschung / Prototypen ist wieder ein anderes Thema.

  4. So ist es richtig.
    Das Tanken der Zukunft muss in 5 Minuten ablaufen und dabei Energie für 400 bis 500 Km aufnehmen. Alles andere ist Hobby. Das was ich mit dem Zoe mache ist nett, aber die Zukunft sieht anders aus.
    Welche Ladetechnik jetzt gerade installiert wird, ist unwichtig. Eine Tankstelle der Zukunft wird mit extremen Kabelquerschnitten angefahren – daher sind diese Tankstellen an Umspannwerken sinnvoll – was dann angeboten wird, ist eher eine Kleinigkeit. Grundsätzlich steht AC = Wechselstrom vom Netz an. Ob dieser Wechselstrom in der Ladesäule oder im Auto auf DC = Gleichstrom „umgebaut“ wird ist Detail-Sache.
    Ich wünsche den Entwicklern viel Erfolg und wünsche mir nur zwei Ladevarianten – AC und DC – und eine Bezahlkarte EC.

    Negativer Nebenefekt ist leider, dass die Energieversorger einen gewaltigen Grund erhalten, die AKWs weiter zu betreiben und dass bei diesen Leistungen das „Heimladen“ auf der Strecke bleiben wird.

  5. Dieser Auffassung von Günter Bischoff liegt die nicht zutreffende Annahme zugrunde, ein E-Auto müsse stets wie ein Verbrenner zur Tankstelle fahren und dort tanken. Ich lade in über 90% der Fälle nebenbei, denn ich muss ja keineswegs beim Auto bleiben wie bei einem Verbrenner. Ich arbeite, bin im Kino oder beim Einkaufen oder mach sonstwas während ich lade. Zuhause steht der Wagen sowieso und kann länger laden und deshalb brauch ich allenfalls bei Fahrten, die die Reichweite übersteigen – und die werden bei größer werdenden Akkus immer weniger – einen Schnelllader mit 43 oder 50 kW. Zuhause komme ich mit 22, 11 oder auch mit 3,7 kW aus, wenn die Hersteller doch bloß die Ladegeräte dafür die Autos einbauen würden.
    5 Minuten Ladezeit sind illusorisch, dass wären rund 250 kW (=12 C) bei der jetzigen Zoe. Das hält kein Akku aus. Und ist auch nicht nötig (siehe oben).

  6. @Günter Bischoff: ja, das tanken sollte in zukunft in 5 oder 10 minuten ablaufen. Aber nur auf der Langstrecke. Im Alltag – und ich glaube die meisten können das aus eigener Erfahrung bestätigen – lädt man ja daheim über Nacht!
    Mein Heimlade-Anteil liegt bei meinem Stromos bei 88%.
    Aber nur, weil ich eine Reichweite von 120 km habe! Denn oft habe ich irgendwo geladen, nur aus dem Grund damit ich wieder heim komme. Hätte ich zB 300 km Reichweite, wäre mein Heimladeanteil weit höher, weil ich am liebsten daheim lade. Da habe ich meinen festen Platz, stecke an und fertig.
    Und ein „100 kWh-Auto“ ist mit einer 11kW Wallbox über Nacht ebenso problemlos vollgeladen – UND MAL EHRLICH: Wer von euch kommt jeden Abend mit 0% heim?!?! 😀 Richtig: Niemand!

    So komme ich nochmal zum Kommentar von Günter Bischoff zurück: Hohe Ladeleistungen wirken sich doch keineswegs auf den Energieverbrauch aus, das tut einzig und allein die gefahrenen km pro Jahr und der Energieverbrauch in kWh/100km.
    Beispiel: Ich fahre 18.000 km im Jahr. Könnte mein Auto jetzt plötzlich 150 kW laden, würde ich doch nicht automatisch 10mal mehr Auto fahren, überspitzt gesagt. Und ich würde trotzdem am liebsten daheim „langsam“ laden, weil es einfach am praktischsten ist.

    Was ich sagen will: von hohen Ladeleistungen braucht man keine längeren Laufzeiten von AKWs befürchten.^^ Denn wie gesagt, diese hohen Leistungen werden auf Langstrecken abgerufen, nicht im Alltag.
    Die Autobahnraststätten/Tankstellen der Zukunft stelle ich mir gar nicht so anders vor, wie sie heute sind: anstelle der Sprit-Tankstellen Stromtankstellen. Und dahinter ein riesiges PV-Feld, für die nötige Strommenge und Ladeleistung.

  7. Natürlich ist es Schwachsinn, denn deinen Kommentar kann man eindeutig als tendenziell bezeichnen! Momentan benötigt das kein Mensch, dass heisst aber nicht, dass es grundsätzlich nicht funktioniert.

    SMA und VW haben dazu eine machbare Lösung die man sich Live anschauen kann.

  8. @Karl Napp: Bitte ein wenig entspannt bleiben, das tut der Diskussion immer gut. Die Äußerung des Anderen als „Schwachsinn“ und „tendenziell“ zu bezeichnen ist wenig hilfreich. Ich darf Dich zitieren: „Momentan benötigt das kein Mensch“

    (Klugscheißermodus an) Außerdem müsste es dann wohl eher „tendenziös“ heißen… (Klugschießermodus aus).

    So zufrieden ich mit meinem Typ 2 43kW Ladesystem bin (Zoe 210), so sehr sehe ich doch die Notwendigkeit, den Systemwildwuchs irgendwie einzuschränken. Ob da ein aufgebohrtes CHAdeMO (für das es irgendwann mal Fahrzeuge gibt) wirklich hilfreich ist – ich bezweifele das eher. Klar soll das Aufladen möglichst schnell gehen. Aber vielleicht ist es sinnvoller überhaupt erst einmal genug Tripel-Lader mit 43/50kW aufzustellen, ohne dass da mit unsinnigen SLAM-Förderrichtlinien zwischengefuscht wird.

  9. 150KW halte ich an den Rasthöfen entlang der Fernstraßen durchaus für notwendig. Innerstädtisch sind auch in 10 Jahren 22-45KW völlig ausreichend. Insbesondere an Standorten, wo das Fahrzeug eh längere Zeit steht.

    Natürlich wird es in wenigen Jahren Fahrzeuge geben, die 150KW und mehr Ladeleistung vertragen. Der MS und MX kann das ja heute schon.

    Für 350KW allerdings benötigt man da mindestens einen 175kWh Akku, da diese mit nicht mehr als 2C geladen werden sollten. Daher reden wir da in 10 Jahren vileicht nochmal drüber. Nebenbeibemerkt würden diese 175kWh für 700-900km Reichweite sorgen. Ob das die große Masse braucht?

  10. 175kWh können bei Tempo 160+ km/h auch schnell mal nur 400 km Reichweite sein. Ganz ehrlich, kaum jemand fährt über 700km öfters. Diejenigen die das tun, werden allerdings eher mit 160 km/h unterwegs sein als mit 120 km/h. Daher werden wir ganz viele 80-120kWh Batterien für die Normalnutzer brauchen und ganz wenige 300-500kWh Batterien für die die richtig Langstrecke machen.

  11. Nicht vergessen: es wird irgendwann auch LKWs mit Strom geben. Oder zumindest Lieferwagen. Die wollen auch geladen werden. Und da machen 150kW schon mehr Sinn.

  12. es ist immer wieder amüsant,
    wie sich unsere lieblingsnachbarn
    nettigkeiten zuwerfen…. -:)

    jetzt im ernst:
    meiner meinung nach ist es einfach wichtig, dass
    die ladeinfrastruktur flächendeckend ausgebaut ist.
    natürlich auch mit schnellladern.
    hier in österreich sind es dann stationen,
    welche CCS, Chademo und 44kW AC
    anschlüsse bzw. kabel haben.
    z.b. SMATRICS.

    was die zukunft bringt, wird sich zeigen.
    einen wunsch gibt es noch von mir:

    mit 160km/h oder mehr zu fahren ist
    reine ENERGIEVERSCHWENDUNG!

    das sollten auch wir e-fahrer bedenken
    und nicht so schnell fahren.

    da bin ich wiederum sehr froh, dass
    in good old austria tempo 130 auf den
    autobahnen gilt.
    den geschwindigkeitsrausch braucht es nicht.

    und noch etwas zum schluss:
    für längere fahrten, (ab 300,400km)
    ist die bahn eine tolle alternative,
    die viel mehr benützt werden sollte.

    mfg
    andreas

  13. Beim Lesen der Beiträge kam mir gerade im „vorrübergehen“ der Gedanke dass es wahrlich Käse ist die Eigenarten des Elektro-Auto-Fahrens überhaupt noch in irgendeiner Weise mit denen der Dinosaurier-Verbrennern zu vergleichen. Parallel zur anderen, fortschrittlicheren Antriebstechnik im Auto (hierüber streite ich mich gerne morgens um vier an zugeparkten Ladesäulen!) sollte auch das gesamte Konzept der Nutzung angepasst und völlig losgelöst von traditionellen Nutzung des Verbrenners betrachtet werden.
    So gehört zum Beißpiel der Begriff „Tanken“ überhaupt nicht mehr in diese Begriffsgruppe.
    Wozu sollte ich einen Prozess der idealerweise so langsam wie möglich (Ladeverluste
    ) und im Gründe (wie schaltet man Rechtschreibkorrektur am IPad aus!?) ohne teure Infrastruktur (AC Laden!) auskommt durch meine Anwesenheit beglücken? Hält Günter Bischoff auch noch den Stecker fest beim Laden und kommt vom Bezahlen mit Mettbrötchen und Bildzeitung bewaffnet zurück um zur Arbeit zu fahren???

    Es genügt beileibe nicht den Motor und den Tank gegen einen elektrischen Antriebsstrang zu täuschen wenn wir immer noch in der gleichen Ideellen Schublade stecken.
    Ein Elektroauto ist weniger Transportmittel denn Rollener Netzstabilisator. die Lebensdauer der Batterie beschränkt sich nicht nur auf die wenigen Jahre in einem Fahrzeug bevor Sie anderweitig genutzt oder zu einem sehr hohen Prozentsatz recycling(grrrpf!)
    Ich habe diesen Vortrag hier im FORUM schon so oft gehalten und werde es sicher noch öfters tun denn es ändert sich nicht einfach über Nacht dass der Mensch von Natur aus eher ein Bewahrer denn ein Veränderer ist und es ihm, zu Mindest den Meißten leichter fällt Änderungen an seiner gewohnten Handlungsweise abzulehnen.

    Wie schon Martin Luther King so trefflich formulierte: Menschen sehen Dinge und fragen Warum? Ich sehe Dinge wie sie sein könnten und frage: Warum nicht?

    elektromobilität ist nicht nur ein großer Anlasser und genug Reichweite um zur nächsten Ladesäule zu kommen. es ist vielmehr die Revolution im Transportwesen und momentan das einzig verfügbare Mittel um gänzlich ohne fossile Resourcen zu verbrennen die Massen zu transportieren. nicht überall hin und nicht ohne Zwischenstopps. aber dass wollen ja auch längst nicht Alle!

  14. @barthi hat recht – bis auf die Sache mit der Tankstelle und dem Stromfeld ????

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