Unterwegs im 30 kWh Nissan Leaf – noch immer nicht leer?

Mein Test des 2016 30 kWh Nissan LeafNissan hat mir freundlicherweise für zwei Wochen den neuen Nissan Leaf mit der großen 30 kWh Batterie zur Verfügung gestellt. Die erste Woche ist nun rum, also Zeit für eine Vorstellung und kleines Zwischenfazit.

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2016 30 kWh Nissan LeafDa es sicher nicht alle wissen, ich fahre selbst einen Nissan Leaf aus dem Jahr 2012. Daher verzeiht mir, wenn ich bestimmte Dinge erwähne, die auch für das Modelljahr 2013 zutreffen. Die alltäglichen Erfahrungen sind ja doch etwas präsenter als meine letzte Fahrt mit dem 2013er Modell.

Ein wenig zur Historie

zero emissionDer Nissan Leaf ist mit mehr als 200.000 verkauften Einheiten (Stand Dezember 2015) das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Zuerst erhältlich war er Ende 2010 in den USA und Japan, seit April 2012 gibt es ihn auch in Deutschland zu kaufen.

Seit der Markteinführung gab es zwei Modellpflegen. Die erste im Jahr 2013, die ein klein wenig mehr Reichweite – 199 km im Neuen Europäischen Fahrzyklus, vorher waren es 175 km, eine sparsamere Heizung und eine dunkle Innenausstattung brachte. Zudem gab es durch Verlagerung des Ladegeräts einen größeren Kofferraum und die Batterie konnte erstmals auch gemietet werden.

2016 Nissan Leaf Tekna VordersitzeDie zweite Modellpflege gab es im September 2015. Optisch ist das aktuelle Modelljahr bis auf kleinere Veränderungen kaum zu erkennen, die wesentlichen Neuerungen verstecken sich unter der Haube beziehungsweise dem Boden. Da wäre zum einen, sicher die wesentlichste Neuerung, nämlich die

Batterie bzw. Reichweite

über 200 km Reichweite - 2016 30 kWh Nissan LeafZum ersten Mal ist der Nissan Leaf nun in zwei Batteriegrößen erhältlich – die bekannte 24 Kilowattstunden fassende Batterie, sowie eine sechs Kilowattstunden größere, insgesamt also 30 kWh fassende Batterie. Mit dieser Batterie ist auch der Testwagen ausgestattet.

Die größere Batterie hat trotz der zusätzlichen Kapazität die gleiche Bauform, wiegt jedoch 21 Kilogramm mehr. Das zusätzliche Gewicht ist allerdings nicht spürbar. Erreicht wurde dies durch eine neue Zellchemie, die eine größere Energiedichte bietet, bei gleicher Größe und Gewicht also mehr Energie speichern kann.

Nissan Leaf - hier die alte BatterieDie sechs zusätzlichen Kilowattstunden machen sich deutlich in der Reichweite bemerkbar. 25 Prozent mehr Kapazität bedeuten etwa 25 Prozent mehr Reichweite – von 199 auf 250 km. Im Vergleich zum Reichweitenzuwachs, ist der Aufpreis dagegen eher schmal – 2.000 Euro gegenüber der 24 kWh Batterie, was etwa sechs Prozent sind. Nissan bietet auf die größere Batterie 160.000 km / 8 Jahre Garantie, bei der 24 kWh Batterie sind es 100.000 km / 5 Jahre.

Für mich bedeuten die 30 Kilowattstunden einen großen Gewinn in der Praxis. Ich wohne auf dem Land, benachbarte Großstädte sind 30 bis 60 Kilometer entfernt. Hin und zurück, ohne Zwischenladung, wird das bei normaler Fahrweise, vor allem im Winter, mit meinem 2012er Nissan Leaf bereits eng. Die Region Nordhessen-Südniedersachsen-Ostwestfalen kann man allerdings durchaus als hügelig bezeichnen, nicht das beste Terrain für Reichweitenrekorde.

Nissan Leaf EmblemEine für mich typische Strecke Hofgeismar – Göttingen, hin und zurück etwa 130 km, ist im Winter beispielsweise für mich nicht zu schaffen, wenn man kein Verkehrshindernis sein möchte und auch im Sommer bittet mein Leaf auf dem Weg zurück üblicherweise schon um eine Steckdose. Mit der 30 kWh Batterie dagegen, sind nach einer solchen Fahrt noch immer 30 Prozent in der Batterie. Das macht das elektrische Fahren schon deutlich entspannter bzw. spart auf längeren Fahrten den ein oder anderen Ladestopp.

Wenn man durch Stadt und über Land mit normalem Tempo im Verkehr mitschwimmt, sind 180 Kilometer bei aktuellen Temperaturen locker zu erreichen. Als das erste Mal die Zwei vorne bei der Reichweitenanzeige stand, hatte ich zwar noch so meine Zweifel, ob dies wirklich realistisch, nach mittlerweile 600 km mit dem neuen Leaf, halte ich die 200 km jedoch mit ein klein wenig Zurückhaltung für durchaus machbar.

Ein Langstreckentest steht allerdings noch aus, mehr dazu in den kommenden Tagen.

Ein zweiter, vielleicht weniger offensichtlicher Vorteil der größeren Batterie, ist die schnellere Ladung. An einer Schnellladesäule, für den Leaf mit CHAdeMO-Stecker, lädt das neue Modell mit der großen Batterie noch bis über 80 Prozent mit mehr als 40 Kilowatt. 20 Kilowattstunden sind in etwa 25 Minuten geladen. Im Vergleich dazu regelt der alte Leaf bereits bei halb voller Batterie die Leistung herunter.

An einer üblichen Typ 2-Säule lädt der Leaf mit 3 bzw. mit gegen Aufpreis erhältlichem schnelleren Ladegerät mit 6 Kilowatt.

Das Thema Schnellladung werde ich noch in einem separatem Artikel ausführlicher behandeln.

Nissan Connect EV MenüDie zweite große Neuerung betrifft das Infotainmentsystem, nun Nissan Connect EV genannt, welches ab der Ausstattungslinie Acenta serienmäßig ist. Es wirkt deutlich aufgeräumter und moderner als die etwas in die Jahre gekommene Bedieneinheit des alten Leafs. Der sieben Zoll große Touchscreen, nun kapazitiv, reagiert schneller auf Nutzereingaben und muss nicht mehr mit Nachdruck bedient werden.

Der Status der Ladesäulen lässt sich Echtzeit anzeigen, zumindest für meine Region waren diese Informationen allerdings nicht verfügbar. Daher kann ich leider nicht bewerten, wie gut das funktioniert. Das könnte jedoch mal ein Interessantes Feature werden.

Nissan Leaf 2016 NavigationEin Sache, die sich nicht merklich geändert hat, ist die Anzahl der angezeigten Ladesäulen. Zwar gehört Nissan nicht zu den schlechtesten Herstellern in dieser Kategorie, es fehlen allerdings noch immer zahlreiche Säulen, je nach Region, kommt man nicht herum, sich über die tatsächlich vorhandenen Lademöglichkeiten zu informieren.

Während mich das alte Navigationssystem schon so manches Mal gefoppt hat – nicht auf den Bildschirm schauend, habe ich mehr als eine Abbiegung verpasst – sagt einem die Dame nun noch ein zusätzliches Mal wo es langgeht.

Dank digitalem Radio-Empfänger (DAB), kann man seinen Lieblingssender nun in bester Qualität hören. Weiterhin kann man natürlich den Status seines Leafs über die – nach sehr langer Zeit nun wieder funktionierenden, sorry Nissan – App abfragen und die Klimatisierung steuern.

Das war es erst einmal mit dem ersten Eindruck. In den kommenden Tagen werden noch ein paar weitere Beiträge zum neuen Nissan Leaf folgen.

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Ein Gedanke zu “Unterwegs im 30 kWh Nissan Leaf – noch immer nicht leer?

  1. Vielen Dank für den sehr schönen ersten Praxisbericht. Auch wenn die 30kWh noch nicht für alle ausreichend sind, sieht man sehr schön wo der Weg hin geht.

    20kWh in 25min ist schonmal eine gute Ausgangslage für Langstrecken. Das verkürzt die Reisezeit schon etwas.

    Ich hoffe bis 2018 kommt ein weiteres Update auf min 40kWh. Sonst könnte der Leaf bald nicht mehr das meistverkaufte EV sein.

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