Hat Deutschland genug Lademöglichkeiten?

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Hamburg schneidet bei der Anzahl der Ladsäulen in der Stadt ganz gut ab. Bild: Stromnetz Hamburg

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Insgesamt 5.836 öffentlich zugängliche Ladepunkte gab es Ende 2015 in Deutschland. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind das gerade einmal 265 mehr, als Mitte des Jahres.

Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte je BundeslandIm Bundesländervergleich schnitt Nordrhein-Westfalen mit 1.255 Ladepunkten am besten ab. Baden-Württemberg und Bayern folgen mit 1.097 bzw. 794 Ladepunkten.

Wenn man sich die öffentlich zugänglichen Ladepunkte pro 1.000 Quadratkilometer ansieht, schneidet Brandenburg am schlechtesten am. Hier kommt man gerade mal auf zwei (!) Lademöglichkeiten / 1.000 km².

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind mit gerade mal drei Ladepunkten pro 1.000 Quadratkilometer aber nicht wirklich besser dran (55 bzw. 71 Ladepunkte insgesamt).

Ausbau der öffentlich zugänglichen LadepunkteAuch in dieser Kategorie belegt Berlin den ersten Platz. 486 Ladepunkte / 1.000 km² – aber gut, Berlin ist im Vergleich zu faste jedem anderen Bundesland auch sehr klein.

 

Guckt man sich die Wachstumszahlen an, wir eins sehr deutlich: Die Anzahl der Elektroautos auf Deutschlands Straßen wächst sehr viel schneller, als der Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Laut Statista sind rund 25.500 E-Autos in Deutschland unterwegs – im Vergleich zu weniger als 6.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten. Man muss kein Mathegenie sein, um zu verstehen, dass es im Bereich Infrastruktur noch deutlichen Nachholbedarf gibt.

Hier geht’s zu mehr Statistiken und Grafiken.

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15 Gedanken zu “Hat Deutschland genug Lademöglichkeiten?

  1. Sollte die Bundesregierung tatsächlich eine Förderung der Elektromobilität andecken, dann ist genau die Ladeinfrastruktur der Hebel. Nicht die Förderung der Automobilindustrie über eine Kaufprämie.
    Neben einer ausreichenden Schnellladeinfrastruktur ist auf Parkräumen eine Ladeinfrastruktur in hoher Stückzahl für ein langsames Laden bzw. für längere Parkzeiten zu schaffen. Dies mit einem vereinheitlichen Bezahlsystem.

  2. Genau meine Rede!

    Statt einer Kaufprämie, welche nur der Autoindustrie nutzt sollte die Regierung den Ausbau der Infrastruktur fördern.

    Ist es denn so Schwer alle Tank und Rast Station zu verpflichten neben der regulären mineralölbasierten Versorgung auch Stromtankstellen zur Verfügung zu stellen. Hier sind allerdings die teuren 3-fach Lader (CCS, Chademo und Typ2) erforderlich, aber diese werden ja bereits gefördert.

    Weiterhin sollten alle Parkplatzbetreiber, ab einer bestimmten Größe, verpflichtet werden entsprechende Ladekapazitäten vorzuhalten. Auch hier gibt es bestimmt Möglichkeiten zu fördern. Wie sieht es mit Park und Ride Parkplätzen aus? Dies wären doch bestimmte auch dankbare Standorte.

    Und zum Abrechen – eiin einheitliches System muss her!

    Und die Preise fürs Laden müssen bezahlbar sein. kW Preise von 0,56 EUR und höher laden nicht gerade zum Tanken an so einem Standort ein, vor allem, wenn wenige 100 Meter weiter eine kostenlose Station ist. Bei diesen Preisen ist im Vergleich das Tanken mit Super günstiger!
    Nur bei Super geht der größte Teil an Vater Staat als Steuer. Bei den überteuerten Elektrotankstellen geht der Löwenanteil in den Gewinn der Provider. Andere Provider sind in der Lage das zum halben Preis zu machen. Haben die Versorger kein Interesse an der Elektro-Mobilität?

  3. Für mich sind die öffentlichen Ladestationen mehr oder weniger uninteressant.
    Von Vorteil sind nur Schnelllader und die gibt es in München nur bei ALDI!
    In Österreich ist eine recht gute Schnellladerdichte vorhanden jedoch kostet hier die Minute 0,45 Cent (die Minute !!).
    Anders ausgedrückt, mit unserem Nissan Leaf benötige ich ca. 25 Min bis er auf 80% geladen ist => 25×0,45 Cent = 11,25€ für dann rund 80km Reichweite.
    User letzter Stinker braucht 7 Lit auf 100km bei 1,17 € pro Liter = 6.552 € (bei 80km).

    Warum sollte ich mit dem Leaf fahren !?!?!

    Liebe Leute da läuft was ganz gewaltig schief!

    So wird das nix !

  4. Ich denke das wird der Markt schon irgendwann regeln. Noch herscht praktisch keine Konkurenz und man kann Mondpreise aufrufen. In den Städten werden immer mehr kostenlose und kostengünstige Lademöglichkeiten an Baumärkten, Möbelhäusern und in EKZ entstehen. Dann wird man kein Geld bei 40Cent+/kWh mehr verdienen können.

    Aber auch neue Betreiber werden günstigere Ladestationen installieren und vernünftige Preise azfrufen.

    Immer mehr Plugin-Fahrer werden nur dort laden, wo der Strom/km günstiger ist als das Benzin.

  5. Ich fahre seit zwei Jahren in Berlin herum und lade aber nur ganz selten öffentlich. Wieso auch, liegt doch die Reichweite auch mehrerer typischer Tage hintereinander innerhalb der Reichweite meines Akkus. Und der lädt alle drei, vier Nächte in der Tiefgarage. Öffentlich nutzen die Ladesäulen nach meiner Beobachtung überwiegend Carsharing und Pendler zum Laden in der Nacht oder während der Arbeit etc. – jedoch auch schon mal als billigen Parkplatz in der City.

    Auf Strecken-Fahrten durch die Ladewüsten Brandenburgs, MeckPomms, Schleswig-Holsteins usw. muss man sich dagegen auf eine Handvoll öffentliche Schnellllader verlassen. Auf das Abenteuer lassen sich nur wenige Enthusiasten ein.

    Wenn mehr private „Normal“-Kunden sich für ein EV entscheiden sollen, muss die Handhabung im Alltag UND auf Strecken einfacher werden und die Flächenversorgung mit preiswerter Schellladung demnach besser und vielen Ländern natürlich wesentlich dichter.

    Die Ladepunkte ins Verhältnis zur Fläche zu setzen, sagt allerdings nicht so richtig viel über die Versorgungsqualität aus, wenn man die Zahl der EVs oder die Bevölkerungsdichte innerhalb dieser Fläche nicht ebenfalls nennt. Noch schwieriger ist die Beurteilung, wenn man berücksichtigt, ob und wo Ladepunkte eine überregionale Bedeutung für „Langstrecken“ haben.

  6. das Problem löst sich in Luft auf, wenn endlich Akkus grundlegend 60 kwh und mehr haben.

  7. Sebastian, dann fangen die Probleme erst richtig an. Denn im Moment fahren die meisten EV-Besitzer mangels Reichweite ja vorwiegend Kurzstrecken, und die meisten EV-Besitzer haben eine eigene Garage mit Lademöglichkeit. Mit einem 60 kWh Akku kommt man schon viel näher an einen Bewegungsradius, wie man sie von Verbrennern gewöhnt ist. Das bedeutet, man bewegt sich sehr viel weiter weg von zu Hause und muss dementsprechend auch häufiger unterwegs laden. Insbesondere die Schnelllader werden mit wachsender Akkukapazität von entscheidender Bedeutung sein.

  8. Die Zahl auf die Fläche hochzurechnen sagt nichts über die tatsächliche Verbreitung aus, was nützen hunderte Lader in der Stadt, wenn andere Regionen einen Bundeslandes per eMobil überhaupt nicht erreichbar sind.

    Mit 40-50cent kWh ist für den Betreiber auch noch nix verdient, das spielt kaum Errichtung und Betriebskosten wieder ein.

  9. @ Hallo Ralf,
    ob das wirklich so ist? im Winter muss ich gewisse Kunden besuchen, die sind nahe meiner Akku-Leistung. Heizung habe ich teilweise ausgeschaltet, um die 135 KM zu schaffen – bei Null Grad eine wirklich zukunftsweisende Errungenschaft.

    jetzt bei konstant über 10 Grad geht die selbe Strecke locker vom Hocker mit einer Reichweite von 160 KM. jetzt stellt sich die Frage für mich ob ich besonders sportlich fahre, oder über Umwege… Genau an diesem Punkt entscheidet sich die Grundproblematik. für mich ist die Sache einfach, ich erledige das wie immer, nur das mein Akku noch einige KM drin hat.

    bei einem Akku mit 60 kwh, also 350 KM, würde ich alles wie bisher machen. nur die Tankintervalle würden sich strecken. Im Alltag würde ich nur noch am Wochenende laden, nicht wie heute täglich. unterwegs müsste ich ebenso seltener laden. in den allermeisten Fälle müsste ICH unterwegs überhaupt nicht mehr laden.

    Ergo: die bisher angesteuerten Tanksäulen würden in meinen nicht ganz präsentativen Beispiel leer ausgehen.

  10. ich muss korrigieren… bei 60 kwh im ZOE würde ich deutlich über 400 KM weit kommen, auf der Landstraße. das wäre ein Wochenpensum. Weder müsste ich im Alltag, nur bei fernen Kunden überhaupt noch laden. Um von München nach Hamburg zu kommen… wie oft macht man das? würde sich das laden auf max. 2 ladungen beschränken. genau das mache ich mit einem 22 kwh Akku bei einer einzigen Fahrt vom Bodensee nach Stuttgart. Die Probleme würden sich ausdehnen, nicht zunehmen.

    Ausgenommen man besucht die Oma dann nicht mehr 2x im Jahr, sondern 14 tägig. Davon ist aber sicher nicht auszugehen..

  11. 5.933 Einträge (Stationen) 17.762 Ladepunkte
    meldet goingelectric ein paar klicks weiter in der Stromtankstellen Statistik.

    5.836 öffentlich zugängliche Ladepunkte meldet der BDEW.

    5.836 beim BDEW gegen 17.762 bei goingelectric? Wie das?
    Ich hatte beim BDEW angefragt und diese Antwort erhalten:

    „…in der BDEW Statistik sind ausschließlich öffentlich zugängliche Ladepunkte berücksichtigt. Unsere Erhebung bezieht sich zudem auf den Stichtag 31.12.2015. Zu Erhebungen anderer Institute und Plattformen können wir leider keine Auskunft geben, da wir die Erhebungsmethode nicht kennen bzw. auch keine Angaben zur Aktualität etc. haben.“

    Ist mir trotzdem nicht ganz verständlich. Offenbar hat der BDEW nur Typ2 seiner Mitgliedsfirmen aufgelistet. Anders kann ich mir das nicht erklären. Goingelectric hat dem aber immerhin schon 8.960 Typ 2 Ladepunkte aufgelistet, dazu kommen DC Schnelllader, Tesla Supercharger, Schuko und CEE blau Dosen, CEE rot und so weiter.
    Offenbar sind die bei der BDEW Erhebung irgendwie nicht berücksichtig.

    Gruss, Roland

  12. Es ist unwichtig wieviele Ladestationen zur Verfuegung stehen wenn sie nur AC haben. Viel wichtiger ist die Moeglichkeit auf Reisen eine einheitlich bezahlbare europaweite Schnellladeinfrastruktur zu verwenden.
    Die ist zur Zeit so unstrukturiert ausgebaut dass man besser einen Verbrenner fuer lange Strecken nimmt. Bis dahin lade ich in der Garage und warte bis der Suedwesten mal ausgebaut wird. Die Schweiz ist in der Richtung schon sehr vorbildlich. Keine grossen Diskussionen sondern da folgen gleich Taten…

  13. Derzeit kommen auf 30.000 Fahrzeuge nur 6000 Ladesäulen. Damit wäre die Ei-Henne-Frage geklärt.
    Vermutlich wird sich die Zahl der Fahrzeuge in den nächsten 12-14 Monaten verdoppeln. Mal sehen wie der Ausbau der Ladeinfrastruktur da mithalten kann.

  14. Haha, was nützen mir all die Stationen, wenn ich mich bei zig Betreibern einzeln anmelden muss, für jeden seine App runterladen usw. Völlig unmöglich. Habe ein Elektromotorrad. Zero SR. Geiles Ding. Echte 170 km Reichweite. Nur will ich zum Beispiel bei RWE mal eben laden ohne Vertrag (Monatliche Gebühr mind. 1 Jahr – Fahre nur im Sommer) Zahle ich für 2 Stunden laden 10€. Mit einem 1 kW Lader im Motorrad kostet mich die Kilowattstunde sagenhafte 5 Euro. Ja gehts noch ? So wird das sicher nichts mit Elektromobilität !

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