Das Förder-Drama nimmt kein Ende

Elektromob

Bild: comobility.de

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Eigentlich wollten die Staatssekretäre am gestrigen Montag im Kanzleramt zusammenkommen, um mal wieder über die Förderung der Elektromobilität in Deutschland zu diskutieren. Leider wurde daraus ein Satz mit x – das Treffen wurde abgesagt und die Minister schalten auf stur.

E-Auto-Foerderung

Foto: comobility.de

„Es gibt dazu noch kein einheitliches Meinungsbild in der Bundesregierung“, fasst Regierungssprecher Steffen Seibert die Situation schön diplomatisch zusammen. Obwohl ein „die haben scheinbar keine Lust mehr miteinander zu reden“ vielleicht besser zutreffen würde. Dabei hatten Medienberichte der vergangenen Wochen einem wieder Hoffnung gemacht, dass Anfang Februar doch ein Förderpaket vorlege.

Im Überblick: Bundesfinanzminister Schäuble hält nur wenig von einer 5.000-Euro-Kaufprämie und auch Verkehrsminister Dobrindt sagt, er sehe keinen „Anreiz“ für diese. Besonders da die Autoindustrie in den vergangenen Jahren einen deutlichen Gewinn erwirtschaften konnte. Er will weiterhin auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur und Elektrofahrzeuge in Flotten setzen, um die Nutzbarkeit und den Gebrauchtwagenmarkt anzukurbeln.

Nur die SPD, die kommt mit einem neuen Vorschlag. Als Gegenzug für Kaufanreize wollen die Sozialdemokraten, dass die Automobilindustrie in Batterieforschung und –produktion investiert. So würde man Deutschland als Standort sowie den Markt für Elektromobilität hierzulande voranbringen.

„Das ist ein Deal auf Gegenseitigkeit, um die Wertschöpfungsketten in Deutschland aufzubauen“, fasst der SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil zusammen. Eigentlich müsste der Kanzlerin diese Idee doch in die Karten spielen. Immerhin spricht Sie weiterhin von einer Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen bis 2020 sowie einem „Leitmarkt für Elektromobilität“.

Die SPD will Nägel mit Köpfen machen und das Förderpaket für Stromer als Teil einer milliardenschweren Investitionsoffensive bei ihrer Vorstandsklausur verabschieden. Insgesamt sollen zusätzliche 60 Mrd. Euro im Jahr in die Wirtschaft fließen – ein Teil davon auch in die Elektrifizierung der deutschen Autobranche.

Dennoch ist das Förderpacket kein Projekt von Morgen, sondern eins in immer fernerer Zukunft. Man kann nur hoffen, dass das Vorhaben vor lauter wenn und abers und politischen Rangeleien nicht unter den Tisch fällt.

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13 Gedanken zu “Das Förder-Drama nimmt kein Ende

  1. Es ist ein Trauerspiel mit dieser Bundesregierung :(… ich hoffe nur, die können sich nun sehr bald auf irgendwas mal einigen. Mir ist ein schnelles, klares Nein zu Kaufprämien immer noch lieber, als dieses Herumgeiere. Denn solange das in der Schwebe ist, warten potentielle Käufer erst mal ab :(.

    Und stimmt: die Autoindustrie hat mit ihren Spritfressern wirklich fett Gewinn gemacht, ist mir schon nachvollziehbar, dass man da nicht noch was drauflegen möchte. Und ohne gescheite Ladeinfrastruktur nützen auch die Kaufprämien wenig. Vlt. wirklich besser, darein zu investieren (aber richtig, bitte!). Auch, weil sich mit Ladeinfrastruktur für private Firmen nicht viel Geld machen lässt.

  2. Es ist schlicht unerträglich, mit ansehen zu müssen, das nur Nebelkerzen im Leidmarkt produziert werden. Nebelkerzen mit einer Halbwertzeit < 24 Stunden.
    Es dauert nicht mehr lange, bis Elon Musk mit SpaceX auf dem Mars landet. Das erste E-Auto dort wird ein Tesla sein. Energiespeicher und Photovoltaik auf dieser Erde haben sich bis dahin viele Menschen alleine zu Hause geleistet. Trotz verschlechterter Förderung und zu versteuernden Netz-Einspeisung.
    Wer jetzt noch auf ne E-Auto Förderung wartet, ist selber Schuld. 🙂 Diskriminierungsfreie Ladeinfrastruktur? Fehlanzeige.
    In Berlin wird fleißig weiter geseibert. Wenn die da nich Geld für kriegen würden, wär es mir egal.

  3. Ja, unsere handlungsunfähige Regierung mit ihren korrupten Beamten, Beratern und
    sogenannten Experten interessieren sich genau so wenig wie die unfähigen Vorstände
    großer Industriefirmen für unser Land und den Fortschritt. Diese Verbrecher haben
    nur Geldgier und Machtstreben im Hirn. Bisher haben in der jüngeren Vergangenheit
    fast alle Superreichen Einzelindustriellen erkannt, das übermäßiger Reichtum nichts bringt.
    Nobel, Ford, Edison, jetzt auch Gates, geben am Ende ihres Lebens ihr Geld wieder zurück.
    Gscheider wäre es während des Lebens das Geld zu investieren, wie es Musk tut. Er hat
    sicher genug und mehr als ein paar Millionen braucht kein Mensch. Die Menschheit weitergebracht und dabei die Umwelt verbessert zu haben, wiegt sicherlich mehr als Geld.
    Das kapieren die Leute hierzulande einfach nicht.

  4. So werden wir weiter von anderen nicht heimischen Fahrzeugherstellern mit hohem Tempo überholt und verlieren weiter Arbeitsplätze.
    Ob Elektrofahrzeugen in Deutschland gekauft werden, ist keine Frage der Reichweite, der Lade- Infrastruktur oder der Technologie, sondern ganz alleine eine Frage des Preises. Die Förderprogramme der anderen europäischen Nachbarn (und auch das PV Förderprogramm in Deutschland) haben deutlich gezeigt, das nur durch finanzielle Kaufanreize eine entsprechend signifikante Serienproduktion erreicht werden kann, welche dann die Produktionskosten senkt und dem Produkt eine echte Chance ermöglicht. Bei den jetzigen Stückzahlen können die OEM’s an Elektromobilität nichts verdienen und haben deshalb auch kein Interesse an dem Thema.
    Auch Technologie zur Herstellung von Batterien ist in Deutschland ausreichend vorhanden. Aber die Produktion bei den jetzigen Stückzahlen ist einfach nicht wirtschaftlich. Deswegen hat Smart die Batterieproduktion eingestellt und wird in Zukunft auch keine Elektrofahrzeuge mehr anbieten. Ein Technologieförderung wie von der SPD vorgeschlagen ändert diesen Umstand nicht und bringt Elektromobilität auch nicht voran. Das Produkt ist nicht Interessant, weil es zu teuer ist !!!

    Ich schlage deshalb vor, die Kaufanreiz-Förderung des Elektrofahrzeuges an den Kraftstoff bzw. Rohölpreis zu koppeln.
    Der Liter Benzin kostet derzeit unter 1,30€. Dieser wird z. B. auf 1.55€ angehoben und gedeckelt. Mit den dadurch erzielten Mehreinnahmen wird die Förderung finanziert. Klettert der reguläre Rohölpreis/Benzinpreis langsam wieder in Richtung 1,55€ oder steigt sogar darüber, reduziert sich dadurch auch automatisch der Förderbetrag. Steigt der Preis über 1,55€ wird nicht mehr weiter gefördert. Durch hohe Kraftstoffpreise wird das Elektroauto automatisch wieder attraktiv und die Förderung kann nicht wie bei den PV-Anlagen durch die Decke schießen.
    Gefördert werden aber nicht nur Elektro-Neufahrzeuge, sondern auch Fahrzeug-umrüstungen.
    Entscheidend ist die „elektrische“ Erstzulassung.

    Zurzeit werden in Deutschland jährlich weit über 1000 ältere Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu abgasfreien Elektrofahrzeugen umgerüstet, ohne das diese finanzjuristisch als steuerfreie Elektrofahrzeuge anerkannt werden. Neufahrzeuge der großen OEM’s werden also zurzeit steuerlich gefördert, hochwertige, anspruchsvolle Elektro-Umrüstungen vieler kleiner Kfz-Handwerksbetriebe jedoch nicht. Soviel zur Förderpolitik und Lobbyarbeit der Autoindustrie. Das muss sich ändern.
    Martin Oberdörfer-Schmidt
    http://www.e-car-tech.de

  5. Hat wirklich irgendwer mit einer solchen Förderung gerechnet? Zumal es durchaus einige Punkte gibt, die dagegen sprechen. Egal, ohne Förderung wird es in Deutschland nix mit der angepeilten Million Stromer bis 2020. Das sag ich immer wieder. Und ich sage auch, dass es keine Förderung in Deutschland geben wird. 2016 nicht, 2017 nicht, und überhaupt nie. Leider. Dazu ist man hier zu blind, auch (bzw. vor allem) wegen unserer Automobilindustrie.

  6. Die Arbeitgeber sind auch nicht besser.
    Sowohl der Arbeitgeber meiner Frau, noch mein eigener (beides große Chemie- und Pharmaunternehmen) finden sich in der Lage auf ihren Mitarbeiterparkplätzen Ladesäulen für Hybrid- bzw. EV Fahrzeuge anzubieten. Die Argumente reichen von „Arbeitgeber darf Strom nicht an Endverbraucher abgeben, das obliegt nur dem lokalen Versorger“bis „ungerecht gegenüber Anderen wegen des Geldwerten Vorteiles“ – dabei wollte ich den Strom ja gar nicht geschenkt haben.“

  7. Lars Thomson ist sich ziemlich sicher, dass wir 2020 sogar mehr als 1 Mio Elektroautos in Deutschland haben. Ich kann mir das auch gut vorstellen. Es werden dann aber vermutlich kaum deutsche e-Autos sein. Wenn wir nicht aufpassen, werden die anderen uns überrennen. Deshalb ist die Förderung wichtig, um die deutsche Automobilindustrie zu motivieren mehr e-Autos zu entwickeln und zu fertigen.

  8. @Martin Oberdörfer-Schmidt
    Ein bashen der E-Förderung bringt auch nicht mehr Kunden in deinen Laden.
    Erst wenn mehr E-Autos auf die Straße kommen, steigt vielleicht das Interesse.
    Das „Umbauer“ wie du dabei nicht berücksichtigt werden ist natürlich bitter.
    Ein: „Wenn ich nicht krieg, soll’n die Anderen auch nichts bekommen“ halte ich für mehr als falsch.

  9. Der Regierung wegen der ausbleibenden Förderung die Schuld an der schwachen Elektroautoentwicklung zu geben ist zu einfach gedacht. Es ist einfach das gesamte Paket aus überteuerten Fahrzeugen mit lächerlicher Reichweite und einem unausgereiftem Ladenetzwerk und einer nicht vorhandenen Förderung – für wen soll sowas denn attraktiv sein?

  10. @ Martin Oberdörfer-Schmidt:
    Viele Punkte von Ihnen halte ich für lesenswert. Wie z.B. Förderung auch für umgerüstete Fahrzeuge, oder viel größere Einnahmen aus dem Benzin- und Dieselverkauf.

    Es hat schon was an Absurdität, wenn alle erkennen, dass z.B. Dieselfahrzeuge wesentlich mehr krebserregende Stoffe ausstoßen, aber trotzdem wird Diesel für 85-95 ct/Liter an Tankstellen verscherbelt.

  11. @Stoner

    Solche Kommentare wie von Ihnen kenne ich eigentlich nur von spiegel online Forum. Völlig resistent gegen aktuelle Fakten wird gejammert, das das E-Auto nicht non-stop Hamburg München fährt und nach 2 Min. Pause wieder zurück. wirklich, ich KANN es nicht mehr hören (oder lesen).

    Tesla stellt einen 85 kwh Wagen auf die Räder, die nicht wirklich mehr kostet als eine gescheite E-Klasse, Renault mit seinem ZOE ruft in Vollaustattung 17.000 Euro auf, für einen Wagen, der bis 100 kmh beschleunigt wie ein V6 Turbo… Den dt. Kram kam man technisch und vorallem optisch komplett vergessen. ein E Golf kostet 40.tausend Euros. *lol*. ausser dem Tesla und ZOE fällt mir momentan leider nichts ein, was man als E-Auto bezeichnen könnte. ich meine damit was den Preis und das gebotene angeht. okay, der Leaf vll. noch, aber der sieht aus, als ob noch nicht fertig… sorry.

    was ich schon vor vielen Jahren über E-Autos sagte: Das wirkliche E-Auto wird NICHT von einem klassischen (Auto)Hersteller kommen. never.

    und das mit Laden ist auch so eine Sache, da gehen Edeka, Aldi und Rewe eben auch bessere Wege als RWE und Konsorten mit ihren depperten Chipkarten…

    wenn ich von Deutschland nach Rumänien mit einem Benziner fahren, brauche ich nur Bargeld um zu tanken. beim Stromnetz brauche ich in jedem Pupsdorf eine andere Chipkarte. what to f***

    Das Problem ist nicht die Technik, die bereits besteht, sondern das verschlimm bessern. eine Urtypisch dt. Eigenschaft. warum gibts keine „Parkuhren Bezahlung“ für E-Tankstellen? ein Euro sind 4 kwh… fertig. die Uhr lässt den Strom rückwärts vom Geld reinlaufen.

    Wer auf dt. Regierungen und Hersteller wartet, wird noch lange warten müssen. Da wird aber nie was gscheites kommen.

    Wie sagte ein Comedyian kürzlich: „Das die Regierung das regieren nicht beherrscht wundert ihn nicht, aber das das spielen von Regierungstätigkeit schon nicht mehr funktioniert…. das irritiert.“

    😉

  12. „@Stoner sagte: Der Regierung wegen der ausbleibenden Förderung die Schuld an der schwachen Elektroautoentwicklung zu geben ist zu einfach gedacht.“
    Man gibt der (Merkel-) Regierung die Schuld, weil sie lieber Fördergelder & somit unsere Steuergelder für Casino-Banken & Lobby-Politik ausgibt, anstatt die eigenen Versprechen einzuhalten: Umwelt & Ausbau erneubarer Energie, CO2 – Einsparung, weiter wirt. Wachstum mit moderne Technologien. Später kommt wieder die veraltetet Industrie & bettelt nach Geld, weil sie sonst leider die Mitarbeiter entlassen muss, weil man überraschend den Tech-Zug wieder verpasst hat. (s. Lars Thomson)

    „.. das gesamte Paket aus überteuerten Fahrzeugen mit lächerlicher Reichweite und einem unausgereiftem Ladenetzwerk und einer nicht vorhandenen Förderung – für wen soll sowas denn attraktiv sein?“
    Das ist Stand in der Spiegel & BILD -Realität, weil man die Konkurrenz (Tesla, Hyundai/KIA Ioniq/Soul EV, Renault) versucht zu ignorieren. Jede neue Technologien ist am Anfang teuer, das wird sind kaum ändern, v.a. nicht wenn man das nicht (direkt & indirekt) fördert. Ladenetzwerk ist nur bei der Auto-Öl-Lobby ein Problem, weil sie daraus wieder eine Langzeit-Abo-Umsätze basteln wollen. ALDI Süd & Tesla hat gezeigt, dass es einfach geht, wenn man es nur will, die Kunden kommen autom. von selbst & generieren freiwillig weiteren Umsatz.

  13. Mit der vielleicht Förderung von Elektroautos verhindert die Regierung erfolgreich, das diese Autos gekauft werden. Auf eine solche Idee muss mal erst einer kommen. Schlau sind unsere Politiker ja schon!

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