Ein VW Bus wird elektrisch

Foto: Mobility Engineering

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Anderthalb Jahre hat Nico Bernold an seinem VW Bus T3 Syncro herumgeschraubt. Im Mai 2015 gab der Schweizer TÜV dann das finale OK – der Bus darf auf die Straße. Jetzt fährt er elektrisch.

Nachdem Nico Bernold 18 Monate lange jeden freien Tag mit den VW Bus (genannt Gino) verbracht hatte, war es Zeit für einen Urlaub – und einen Stresstest für T3 Synchro. Von Zürich ging es ins spanische Baskenland , nach Tarifa, an der Mittelmeerküste entlang nach Barcelona und schließlich über Frankreich zurück in die Schweiz.

Karte Gino

Mehr als 5,000 km rein elektrisch

Geladen wurde meist auf dem Campingplatz für rund 4 Euro. Bernold sagt: „Wenn die Erdung schlecht gemacht ist, was häufig der Fall war, gab es immer einen kleinen Stromschlag beim Ein- und Aussteigen von bis zu 100V!“

Der VW ist nicht der erste Bus den Bernold programmiert hat. Er war als Mitarbeiter des Schweizer Unternehmens Designwerk auch am Bau des elektrischen 18-Tonners E-Force beteiligt. Trotzdem musste er bei Gino viel probieren, bis dieser Ende 2014 endlich die ersten Meter fuhr.

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Foto: Mobility Engineering

Knapp 200 Kilometer schafft der nun 31 Jahre alte VW Bus (Baujahr 84) mit einer Ladung. Er bietet viel Platz für jede Menge Batteriezellen, in diesem Fall Lithium-Eisenphosphat mit einer Gesamtkapazität von 50kWh.

Ganz alleine hat Bertold das Projekt nicht umgesetzt.

Das Innenleben, also Antrieb und Ladegerät wurden von der Schweizer Firma BRUSA gesponsert – es ist das gleiche Schnellladegerät, das auch für den Elektro-Smart optional erhältlich war.

Foto: Mobility Engineering

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Phoenix Contact hat das CCS-Inlet für das Projekt beigesteuert, Continental einen Satz Ersatzreifen und die Auronik GmbH die Elektronikplatine zur Steuerung für das CCS-Schnellladeinterface. Die Firma Designwerk, die sich selbst als Denkfabrik der Elektromobilität bezeichnet, hat Nico Bernold die Werkstatt sowie sämtliche Werkzeuge für das eigene Projekt zur Verfügung gestellt.

Die Batteriekisten, Motoraufhängung und Aggregatträger hat Bernold allerdings selbst im 3D CAD entworfen und teilweise auch selbst gebaut.

Jetzt fährt er, der Gino. Wohin die nächste Reise geht ist noch unklar. Man munkelt, dass er eventuell an der Nordeuropäischen Rallye im kommenden Sommer teilnehmen wird. Ob es dann wohl mit dem Autozug oder auf der Straße nach Flensburg geht?

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7 Gedanken zu “Ein VW Bus wird elektrisch

  1. Natürlich finde ich den Selbstbau toll.
    Wenngleich „nur“ 200km Reichweite?
    Dachte das Ding wäre vollgepackt.

  2. Herzliche Gratulation, kannst Du mir vielleicht noch etwas mehr infos über die Leistungen Deines Buses mitteilen (Gewicht, pmax Motor, Verbrauch bei 50/80/100km/h, Vmax. bei 10% Steigung, Leistung Ladegerät.

    Nach einem Horlacher-Ei und einem Citroen AX électrique fahre ich nun einen Reva ion und eine mia L mit 18kWh-Akku.

    Nach meiner Meinung sind 200km Autonomie ausreichend, wenn genügend schnell geladen wedrden kann.

  3. Kompliment! Da ist soooviel Potential für Reichweite im Bus vorhanden, das ein zeitnahes Absinken der Akkupreise ungeahnte Reichweiten provoziert, die das Wort alltagstauglich geradezu katapultieren. Dieses Beispiel lässt ahnen, was im Innovationspark emobility möglich wäre, wenn die großen Auto-Konzerne konstruktiv mitgehen würden.

  4. Hi Nico,

    cooles Design.. sieht schon viel besser aus als auf der Hebebühne.
    Viel Spass damit und Brusa Feuer frei 🙂

    VG eMG

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