Eos Aurora – billige Zink-Luft Batterie für Elektroautos?

Eos Aurora Zink-Luft Batterie

Foto: Eos

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Heute gingen einige Meldungen über die Eos Aurora Zink-Luft Batterie durch das Netz.

Angeblich soll sie enorme Reichweiten zu super günstigen Preisen bieten.

Grund genug einmal nachzusehen, was es mit der neuen Zink-Luft Batterie von Eos so auf sich hat.

Nicht ladbare Zink-Luft Batterie werden schon lange in Hörgeräte eingesetzt. Sie zeichnen sich durch eine besonders hohe Energiedichte, über 300 Wh/kg, und geringe Rohstoffkosten aus.

Eos hat nun ihre Aurora 17 / 100 Zink-Luft Batterie vorgestellt, die diese Vorteile auch im Elektroauto ausspielen soll. Sie hat eine Kapazität von 100 kWh und soll etwa 12.000 US Dollar kosten. Damit liegt sie ziemlich genau bei dem Preis pro Kilowattstunde, den Analysten für Lithium-Ionen Batterie in dreizehn Jahren vorhergesagt haben.

Die Energiedichte der Aurora 17 / 100 wurde zwar nicht genannt, sollte jedoch im Bereich von 300 Wh/kg liegen. Die Lebensdauer dieser Batterie liegt bei 10.000 Vollzyklen und 30 Jahren.

Klingt bislang ziemlich gut, nicht?

Ein paar Nachteile gibt es dann allerdings doch. Systembedingt haben Zink-Luft Batterie durch den hohen Spannungsunterschied zwischen Laden und Entladen einen sehr schlechten Wirkungsgrad. Nur ca. 60 Prozent der Energie, die geladen wurde, kann beim Entladen wieder abgerufen werden. Zum Vergleich: Bleibatterie haben etwa 80 Prozent Wirkungsgrad, Lithium-Ionen Batterie 95 Prozent. Eos meint zwar dies verbessert zu haben, Forscher sind da jedoch sehr skeptisch.

Ein zweites Problem stellt die Zahl 17 vor der 100 dar. Sie beschreibt nämlich die Leistungsfähigkeit. Die Aurora 17 / 100 kann lediglich mit 17 kW (23 PS) entladen werden, was sie als Traktionsbatterie unbrauchbar macht – es sei denn, man möchte ein Golf-Kart mit 800 km Reichweite bauen.

In aktuelle Elektroautos werden Elektromotoren mit 80 kW und mehr Leistung eingesetzt. Es bedarf also auf jeden Fall noch einer Lösung, die den kurzfristigen Leistungsbedarf abdecken kann.

Deshalb schlägt Eos auch den Einsatz einer Aurora 17 / 100 in Kombination mit deren Corona Advanced Lead Acid Battery vor – einer Bleibatterie, die wiederum eine hohe Leistungsdichte, aber geringe Energiedichte bietet. Alternativ kämen sicher auch Kondensatoren in Betracht.

Egal ob nun Bleibatterien oder Kondensatoren eingesetzt werden, die Energiedichte des Systems dürfte damit deutlich sinken und nicht mehr erheblich über dem Niveau von Lithium-Ionen Batterien liegen. Auch der Preisvorteil dürfte dadurch deutlich kleiner sein.

Eos entwickelt auch eine Zink-Luft Batterie, die an einer Tankstelle einfach aufgetankt werden kann – Eos Vista-Air Flow Battery nennt sich diese. Sie basiert auf der selben Technologie wie die Aurora. Ist die Batterie entladen, wird das Elektrolyt einfach ausgetauscht, etwas Zink hinzugefügt und man hat nach wenigen Minuten eine geladene Batterie.

Unter dem Strich bleibt eine interessante Technologie, die noch weiter erforscht und erprobt werden muss – ein fertiges Produkt gibt es von Eos noch nicht. Sollte der Wirkungsgrad tatsächlich so schlecht sein, sehe ich diese Batterie nicht in einem Elektroauto, die Energiekosten für den Endverbraucher wären einfach zu hoch. Als Puffer für Solar- und Windkraftanlagen, wäre diese Art der Batterie jedoch sehr gut einsetzbar.

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