Hat Batteriewechsel eine Zukunft?

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Auf Teslas letzter Vollversammlung (hier geht es zum Video) kam das Thema Batteriewechsel auf. Elon Musk versprach, dass es für das Model S etwas in dieser Richtung geben wird. Batteriewechsel gibt es schon heute in Israel und Dänemark – mit Better Place. Die Erwartungen sind allerdings schon nach nur einem halben Jahr deutlich gedämpft.

Better Place ist mit dem Anspruch gestartet die Elektroauto-Welt zu revolutionieren und gleichzeitig die zwei großen Problem der Elektromobilität zu lösen: Reichweite und Ladezeit. Statt nach 150 km über Stunden an eine Ladesäule gefesselt zu sein, fährt man einfach in eine Batterie-Wechselstation und tauscht die leere Batterie innerhalb weniger Minuten gegen eine volle aus.

Wie das aussieht, seht ihr hier

Klingt fast zu gut um wahr zu sein, oder?

Als erstes Land wurde Isreal flächendeckend mit Better Place Batteriewechsel-Stationen ausgestattet. In dem vergleichsweise kleinen Land waren dazu 33 Stationen notwendig. Hier erkennt man schon das erste Problem: Deutschland ist knapp 30 mal so groß, es wären also 1000 Batteriewechsel-Stationen notwendig. Die Kosten dafür wären enorm.

Ein zweites Problem ist, dass quasi die gesamt Wertschöpfung in den Händen von Better Place ist. Der Hersteller stellt nur noch das Auto zur Verfügung, die Batterie ist Eigentum von Better Place und wird an den Kunden vermietet. Die Kosten dafür betragen je nach vereinbarter Laufleistung 150 – 300 Euro. Darin ist das Batteriewechseln und die Stromkosten für das Laden zuhause enthalten. Das Elektroauto kann nämlich auch in der heimischen Garage an einer von Better Place freigegebenen Ladebox aufgeladen werden.

Das dritte Problem liegt in der Entwicklung. Heutige Elektroautos haben schon Reichweiten von 100 – 200 Km. Für die nächste Generation können sicher Reichweiten von 200 – 400 km erwartet werden. Auch bei der Ladung macht die Entwicklung nicht halt. Renaults Chamäleon Ladesystem wird Ladeleistungen bis 43 kW unterstützen, der kommende Standard Combined Charging erlaubt bei der Ladung mit Gleichstrom sogar bis zu 100 kW. Ladezeiten von unter 30 Minuten wären also kein Problem mehr.

Fahre ich längere Strecken, so mache ich meist alle 2 – 3 Stunden ein Pause. Hätte ich ein Elektroauto mit 300 – 400 km Reichweite, das sich in 30 Minuten aufladen lässt, so bräuchte ich meine Gewohnheiten kaum ändern – die Pause hätte ich dann sowieso gemacht.

Ein Netz von Schnellladesäulen an Rastplätzen würde auch für die Tankstellenbetreiber Sinn machen. Da sie am Treibstoff so gut wie nichts verdienen, sondern an den angeschlossenen Shops und Restaurants, wären die Ladesäulen keine Konkurrenz, sondern eine logische Erweiterung des Angebots.

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